Das Finale der Handball-EM ist vorbei. Unsere Nationalmannschaft hat verloren. Und ja, das schmerzt. Gerade in dem Moment, wenn klar wird, dass es nicht ganz gereicht hat. Der Traum vom Titel ist vorbei, der letzte Pass gespielt, der letzte Wurf genommen.
Und trotzdem bleibt vor allem eines hängen: Diese Europameisterschaft war gut. Natürlich hätte ich mich über einen Sieg riesig gefreut. Ein EM-Titel wäre die Krönung gewesen. Aber Sport ist nicht nur dann wertvoll, wenn am Ende Gold herausspringt. Manchmal liegt der Wert tiefer, nämlich in dem, was ein Turnier auslöst und hinterlässt.
Respekt, wo er hingehört
Die Dänen sind aktuell einfach enorm stark. Das ist keine Ausrede, sondern eine nüchterne Feststellung. Selbst andere Nationalmannschaften verlieren gegen sie, oft sogar deutlich. Sie spielen mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit und Ruhe.
Was mir dabei wichtig ist: Das Finale war enger, als es das Ergebnis am Ende zeigt. Wer genau hingeschaut hat, hat gesehen, dass unsere Mannschaft lange Zeit auf Augenhöhe war. Es waren Details und kleine Phasen, in denen Dänemark den Unterschied gemacht hat. Genau dort zeigt sich internationale Klasse.
Mehr als ein Spiel
Für mich war diese EM mehr als nur eine Abfolge von Ergebnissen. Sie hat gezeigt, dass die deutsche Mannschaft wieder Substanz hat. Dass sie kämpfen kann, ohne kopflos zu werden. Dass sie Rückschläge annimmt, ohne daran zu zerbrechen.
Ich habe ein Team gesehen, das zusammensteht. Das Verantwortung übernimmt. Und das Lust auf mehr macht – bei sich selbst, aber auch bei den Menschen da draußen.
Enttäuschung gehört dazu – Stolz auch
Direkt nach dem Finale war die Enttäuschung groß. Das gehört nun einmal zum Sport dazu. Wer das nicht fühlt, dem ist es wahrscheinlich egal. Aber je mehr Abstand ich gewinne, desto stärker wird ein anderes Gefühl: Stolz.
Eine Silbermedaille bei einer Europameisterschaft ist kein Scheitern. Sie ist ein Zeichen dafür, dass man zu den Besten gehört. Und sie ist ein Fundament, auf dem man aufbauen kann.
Warum diese EM bleibt
Diese EM hat mir einmal mehr gezeigt, warum ich Handball so mag. Wegen der Emotionen. Wegen der Nähe. Und wegen der Ehrlichkeit dieses Sports. Es gab Momente, die begeistert haben – und das unabhängig vom Ausgang des Finales.
Vielleicht ist genau das der Schlüssel zu einer „guten“ EM. Nicht nur der Titel, sondern auch das Gefühl, dass etwas wächst. Dass eine Mannschaft und ihr Umfeld zusammenfinden.
Mein Fazit
Ja, Gold wäre natürlich schöner gewesen. Keine Frage. Aber dieses Mal fühlt sich Silber nicht leer an. Ich freue mich über diese Medaille. Und ich bin stolz auf die Jungs.
Manchmal gewinnt man einen Pokal. Und manchmal gewinnt man Vertrauen, Hoffnung und Vorfreude auf das, was noch kommt. Genau das hat diese Handball-EM für mich geschafft.
Lorenzo
PS: Du darfst diesen Blogbeitrag hier mit den nachfolgenden Buttons gerne teilen:


Hi, Lorenzo. Da ist Dir ein treffendes Fazit gelungen. Dieses Mal waren die Dänen besser, was man nach dem ersten Auftritt gegen die Deutschen und vor allem nach dem Spiel gegen Island auch erwarten konnte. Aber 2027 werden die Karten neu gemischt. Vielleicht bekommen deutsche Fans ja dann auch eine ähnliche Stimmung in der Lanxess Arena hin, wie die dänischen Fans gestern.
Hi Bock,
danke dir für deinen Kommentar! Genau so sehe ich das auch. Nach den Auftritten der Dänen, gerade gegen Island, konnte man erahnen, wie schwer diese Aufgabe werden würde. Umso mehr bleibt das Gefühl, dass unsere Mannschaft trotzdem nah dran war.
Und ja, 2027 ist ein neues Kapitel. Neue Turniere, neue Dynamik, neue Chancen. Die Hoffnung auf eine ähnlich mitreißende Stimmung in der Lanxess Arena teile ich absolut – das würde nicht nur dem Team, sondern dem gesamten Handballsport guttun.
Mal sehen, was die nächsten Jahre bringen. Der Weg fühlt sich auf jeden Fall richtig an. 👍
Lorenzo