Es gibt Menschen, die einen nur für eine bestimmte Zeit im Leben begleiten – und trotzdem Spuren hinterlassen, die viele Jahre später wieder auftauchen. Bei mir war das vor einiger Zeit Klaus-Dieter Ackermann. Eine Stimme aus einer anderen Phase meines Lebens. Eine Zeit, die lange zurückliegt, aber nicht vergessen ist.
Meine Zeit mit Klaus-Dieter Ackermann bei Radio Hamburg
Ich kannte Klaus-Dieter nicht nur flüchtig. Ich hatte privaten Kontakt zu ihm und war während seiner Sendungen bei Radio Hamburg in den 90ern fast immer dabei, oft auch aktiv beteiligt. Das war keine oberflächliche Bekanntschaft. Es war eine intensive Zeit, geprägt von Ideen, Gesprächen, Sendungen und einer Nähe, die über das rein Berufliche hinausging. Damals hätte ich nicht gedacht, dass sich unsere Wege irgendwann so vollständig verlieren würden. Aber genau das ist passiert.
Wenn der Kontakt einfach abreißt
Irgendwann wurde der Kontakt weniger, dann seltener – und schließlich brach er ganz ab. Ohne Streit. Ohne bewussten Abschied. Einfach so. Zehn, vielleicht fünfzehn Jahre vergingen. Und wie das so ist, ging das Leben weiter. Bis mir auffiel, dass auch seine frühere private Website kda-media.de schon seit Jahren nicht mehr existiert.
Die verschwundene Webseite kda-media.de
Diese Webseite war nicht nur beruflich. Sie hatte auch eine persönliche Seite. Und genau deshalb fühlte sich ihr Verschwinden für mich merkwürdig an. Ich begann immer wieder, vorsichtig und ohne große Erwartungen, nachzuforschen, wie jetzt. Nicht aus Sensationslust, sondern aus einem ganz einfachen menschlichen Bedürfnis heraus: zu wissen, wie es ihm geht. Oder ob er überhaupt noch lebt.
Kaum Spuren, kaum Antworten
Was ich fand, war fast nichts. Es gab keine aktuellen Profile. Es gab keine verlässlichen Hinweise. Keine klaren Spuren im Netz. In einer Zeit, in der nahezu jeder digitale Fußabdrücke hinterlässt, ist das fast schon ungewöhnlich. Und gleichzeitig vielleicht genau das, was Klaus-Dieter wollte: Ruhe. Rückzug. Privatheit.
Eine ehrliche Antwort von Jörg Lotze
Vor ein paar Tagen schrieb ich schließlich den Radiomoderator Jörg Lotze an, der Klaus-Dieter kannte und mit ihm befreundet war. Das habe ich zumindest herausgefunden. Seine Antwort war offen, ehrlich – und ernüchternd. Auch er habe seit mindestens 15 Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm gehabt. Zuletzt habe Klaus-Dieter mit seiner Frau in Bodenwerder gelebt. Aufgrund seines Alters und seiner gesundheitlichen Situation wisse er nicht, ob er noch lebe. Mehr ließ sich nicht herausfinden.
Wenn Ungewissheit bleibt
Damit endet diese Spurensuche ohne klares Ergebnis. Ohne Gewissheit. Ohne Auflösung. Und vielleicht muss man das manchmal einfach akzeptieren. Nicht jede Geschichte hat ein Ende, das man nachlesen oder nachrecherchieren kann. Manche Menschen verschwinden still aus dem öffentlichen Raum und leben nur noch in den Erinnerungen derer weiter, mit denen sie ein Stück des Weges gegangen sind.
Ein stiller Gruß
Dieser Text ist kein Nachruf. Er ist kein Fazit. Er ist ein Innehalten. Ein persönlicher Rückblick. Und ein stiller Gruß in eine Richtung, von der ich nicht weiß, ob er ankommt. Falls Klaus-Dieter Ackermann noch lebt und diese Zeilen jemals lesen sollte: Danke für die gemeinsame Zeit bei Radio Hamburg. Und falls nicht, dann bleibt zumindest das, was war. Und das war nicht nichts.
Lorenzo
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