Mailserver, SPF, DKIM & DMARC – eine verständliche Einordnung für Nicht-Admins

Nach meinem letzten Blogbeitrag zum Aufbau eines gut konfigurierten Mailservers kam mehrfach das Feedback, dass der Beitrag stellenweise zu technisch sei. Das überrascht mich nicht, denn E-Mail ist eines der komplexesten und am stärksten regulierten Systeme im Internet.

Dieser Beitrag soll deshalb eine leicht verständliche Einordnung sein. Was bedeuten die ganzen Abkürzungen eigentlich und warum sind sie heute relevant?

Ein Server ist Teil einer Serverfarm, die mit anderen Servern in einem Serverraum steht.

Warum E-Mail komplizierter ist, als sie aussieht

Aus Nutzersicht ist E-Mail simpel:

  • Adresse eingeben
  • Text schreiben
  • Abschicken

Im Hintergrund passiert allerdings sehr viel:

  • Spam-Erkennung
  • Absenderprüfung
  • Inhaltsbewertung
  • Sicherheitschecks

Damit das funktioniert, müssen sich Mailserver gegenseitig „vertrauen”. Genau hier kommen Mechanismen wie SPF, DKIM und DMARC zum Einsatz.

SPF – Wer darf E-Mails für eine Domain versenden?

Im Grunde ist SPF eine Absenderliste. Damit kann eine Domain festlegen:

„Diese Server dürfen E-Mails in meinem Namen verschicken.“

Wenn eine E-Mail von einem Server stammt, der nicht auf dieser Liste steht, wird sie misstrauisch behandelt – in der Regel landet sie im Spam-Ordner oder wird abgelehnt.

SPF schützt also vor:

  • gefälschten Absendern
  • einfachem Spoofing

DKIM – Ist die E-Mail unterwegs verändert worden?

DKIM versieht jede ausgehende E-Mail mit einer digitalen Signatur.

Der empfangende Mailserver führt eine Prüfung durch:

  • Stammt die Mail wirklich von dieser Domain?
  • Wurde der Inhalt unterwegs verändert?

Fehlt die Signatur oder ist sie ungültig, sinkt das Vertrauen massiv.

Kurz gesagt:

DKIM sorgt dafür, dass E-Mails nachvollziehbar und überprüfbar werden.

DMARC – Was tun, wenn etwas nicht stimmt?

DMARC steht über SPF und DKIM.

Damit legt eine Domain fest:

  • Was passieren soll, wenn SPF oder DKIM fehlschlagen
  • Ob E-Mails abgelehnt, in Quarantäne verschoben oder akzeptiert werden
  • Wohin Berichte über fehlgeschlagene Prüfungen geschickt werden

DMARC bietet vor allem:

  • Transparenz
  • Kontrolle
  • Schutz vor Missbrauch der eigenen Domain

Warum das alles notwendig ist

Früher waren E-Mails offen und vertrauensvoll – zu offen. Spam, Phishing und Betrug haben dem System nachhaltig geschadet. Die heute nötigen Schutzmechanismen sind das Ergebnis jahrelangen Missbrauchs. Sie machen E-Mails zwar komplizierter, aber auch:

  • sicherer
  • zuverlässiger
  • vertrauenswürdiger

Muss man das alles selbst betreiben?

Ganz klar: nein. Nicht jeder muss oder sollte einen eigenen Mailserver betreiben. Viele professionelle Mailanbieter kümmern sich intern um:

  • SPF
  • DKIM
  • DMARC
  • TLS
  • Zustellbarkeit

Vor allem für Blog-, Webseite- oder Domainbetreiber ist es wichtig, zu verstehen, warum diese Dinge existieren.

Fazit

Die E-Mail wirkt einfach, ist aber eine hochkomplexe Infrastruktur. SPF, DKIM und DMARC sind keine Schikane, sondern notwendige Schutzmechanismen.

Wer einen Mailserver betreibt, kommt nicht umhin, sich mit ihnen zu befassen. Auch wer keinen Mailserver betreibt, profitiert davon, zu wissen, was im Hintergrund passiert.

Und manchmal reicht es schon, zu wissen:

Wenn E-Mails nicht ankommen, liegt es oft nicht am Inhalt – sondern an der Technik dahinter.

Grüße, Lorenzo

PS: Keine Sorge! Das versprochene Interview folgt noch. Meine Interviewpartnerin war letzte Woche leider erkrankt und konnte die letzten Korrekturen deshalb erst am Wochenende durchführen.

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2 Kommentare

  1. Ich finde toll, dass du das so einfach und in kurzen Sätzen erklärst.
    Trotz der ganzen Sicherheitsmechanismen ist man aber trotzdem nicht ganz sicher vor Spam und Phishing. Das sehe ich oft auch bei mir auf der Arbeit. Meistens liegt es aber nicht am Mailserver, sondern an den Menschen, die E-Mails benutzen. Bei uns kommt es oft vor, dass Phishingmails verschickt werden, die vorgeben, von uns zu sein und man wird aufgefordert, auf den Link zu klicken und Benutzernamen und Passwort für den Mailaccount einzugeben. Und schon haben die Betrüger die Daten. Das passiert leider häufiger, als man denkt. In Sachen E-Mail-Sicherheit müssen die Menschen wohl noch einiges lernen. Übrigens auch beim Umgang mit Passwörtern generell.

    1. Danke dir, Verena. 🙂

      Da hast du absolut recht: Technik kann viel absichern, aber den Faktor Mensch kann sie nicht ersetzen.

      Phishing lebt leider genau davon, dass Vertrauen ausgenutzt wird – selbst bei technisch sauber konfigurierten Mailservern.

      Sensibilisierung und Schulung sind deshalb mindestens genauso wichtig wie SPF, DKIM & Co.

      Herzliche Grüße

      Lorenzo

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