Für mich war das Champions-League-Finale zwischen Paris Saint-Germain und Arsenal London genau das, was man sich von einem Endspiel auf diesem Niveau erhofft: Es war spannend, intensiv und bis zur letzten Minute offen. Es wirkte zeitweise wie ein Boxkampf im Schwergewicht.
Zwei Top-Mannschaften mit unterschiedlichen Stärken und Spielideen standen sich gegenüber. Keiner wollte den entscheidenden Fehler machen, gleichzeitig wollte aber auch keiner die Initiative komplett abgeben. Genau deshalb war es ein tolles Finale.
Paris war nicht so überlegen, wie manche behaupten
Nach dem Spiel hatte ich allerdings den Eindruck, dass einige das Spiel anders gesehen haben als ich. Vor allem die Aussage des Pariser Trainers, seine Mannschaft sei klar überlegen gewesen, kann ich nicht nachvollziehen.
Zugegeben, Paris Saint-Germain hatte mehr Ballbesitz. Ja, Paris machte Druck und versuchte, das Spiel zu kontrollieren. Aber wirkliche Lücken fand die Mannschaft nur selten. Aus meiner Sicht hatte Paris über die gesamte Partie hinweg eigentlich nur zwei wirklich große Chancen. Und eine davon war der Elfmeter zum 1:1.
Dazwischen war das Spiel häufig ein Hin und Her, bei dem beide Mannschaften ihre Momente hatten. Von einer klaren Dominanz kann deshalb für mich keine Rede sein.
Arsenal blieb seinem Stil treu
Arsenal spielte genau so, wie man es von dieser Mannschaft kennt. Die Londoner standen tief, arbeiteten diszipliniert gegen den Ball und warteten auf ihre Chancen. Das mag nicht jedem gefallen, ist aber ein legitimer und erfolgreicher Spielstil.
Vor allem war Arsenal bei seinen Vorstößen oft gefährlicher als Paris. Immer wenn die Mannschaft schnell umschalten konnte, hatte man das Gefühl, dass etwas passieren könnte. Die Angriffe wirkten direkt und zielstrebig.
Deshalb finde ich auch, dass Arsenal den Titel genauso verdient gehabt hätte. Vielleicht sogar ein wenig mehr.
Elfmeterschießen entscheidet oft über Kleinigkeiten
Am Ende musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Und genau deshalb fällt es mir schwer, von einem eindeutig verdienten Sieger zu sprechen. Ein Elfmeterschießen gehört zwar zum Fußball dazu, aber es bleibt auch immer eine Frage der Nerven, der Tagesform und manchmal einfach des Glücks.
Für die Gewinner ist es der schönste Moment im Fußball. Für die Verlierer ist es dagegen oft der grausamste Moment. Deshalb fällt es mir schwer zu sagen, dass Paris Saint-Germain dieses Finale eindeutig verdient gewonnen hat. Die Mannschaft hat den Pokal gewonnen, weil sie im Elfmeterschießen die besseren Nerven hatte. Mehr aber auch nicht.
Arsenal kann erhobenen Hauptes vom Platz gehen
Für Arsenal bleibt natürlich die Enttäuschung. Trotzdem kann die Mannschaft stolz auf ihre Leistung sein. Sie hat ihren Matchplan konsequent umgesetzt, Paris immer wieder vor Probleme gestellt und war bis zum Schluss absolut auf Augenhöhe. Im Fußball entscheidet manchmal eben nicht die bessere Mannschaft, sondern ein einziger Moment.
Oder ein Elfmeterschießen. Deshalb bleibt für mich nach diesem Finale vor allem der Eindruck zurück, dass Paris Saint-Germain zwar die Champions League erneut gewonnen hat, dieses Endspiel jedoch keinen eindeutig verdienten Sieger hervorgebracht hat. Herzlichen Glückwunsch jedoch an Paris.
Grüße, Lorenzo
PS: Du darfst diesen Blogbeitrag hier mit den nachfolgenden Buttons gerne teilen:

