Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat Gestern Abend in der UEFA Nations League gegen Serbien mit 2:0 gewonnen. Nach dem enttäuschenden Auftritt gegen Griechenland war das ein erfreuliches Ergebnis. Und auch die Leistung unserer Mannschaft hat mir insgesamt gut gefallen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich nicht alles vom Spiel mitbekommen habe.
Denn parallel zum Fußball hatte ich ein Zoom-Treffen der Landesarbeitsgemeinschaft Inklusion von Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein. Das war mir natürlich ebenfalls wichtig. Trotzdem habe ich immer wieder einen Blick auf das Spiel geworfen und konnte mir so zumindest einen Eindruck verschaffen.
Ein verdienter Sieg gegen einen schwachen Gegner
Unsere Nationalmannschaft hat gegen Serbien einen guten Auftritt hingelegt. Natürlich muss man dabei berücksichtigen, dass die serbische Mannschaft an diesem Abend nicht besonders stark war. Sie machte es Deutschland vergleichsweise leicht und konnte nur wenig entgegensetzen.
Trotzdem sollte man die Leistung unserer Mannschaft nicht kleinreden. Deutschland war überlegen, erspielte sich zahlreiche Chancen und hätte durchaus noch mehr Tore erzielen können. Ein 4:0 oder sogar 5:0 wäre meiner Meinung nach durchaus möglich gewesen.
Am Ende stand ein verdienter 2:0-Sieg. Tom Bischof brachte Deutschland in der 39. Minute in Führung. Florian Wirtz erhöhte nach einer guten Stunde auf 2:0. Beide Treffer waren schön herausgespielt und sorgten dafür, dass unsere Mannschaft das Spiel letztlich souverän für sich entscheiden konnte.
Natürlich war Serbien kein besonders schwieriger Gegner. Aber nach den vorherigen Spielen tat der Mannschaft dieser Erfolg sicherlich gut. Und auch für Bundestrainer Jürgen Klopp dürfte der erste Sieg ein wichtiger Schritt sein.
Klopp braucht weiterhin Zeit
Nach dem Unentschieden gegen die Niederlande und der Niederlage gegen Griechenland wurde bereits viel über den neuen Bundestrainer diskutiert. Auch die Erwartungen an Jürgen Klopp sind schließlich hoch.
Ich finde allerdings, dass man ihm und der Mannschaft weiterhin Zeit geben sollte. Ein neuer Trainer kann nicht innerhalb weniger Wochen alles verändern. Es braucht Zeit, bis sich eine Mannschaft auf neue Vorstellungen einstellt und sich Abläufe entwickeln.
Der Sieg gegen Serbien war deshalb ein erfreuliches Zeichen. Natürlich sollte man ihn angesichts der Schwäche des Gegners nicht überbewerten. Aber es war ein guter Auftritt, auf dem sich aufbauen lässt.
Ich bin gespannt, wie sich die Mannschaft in den kommenden Spielen weiterentwickelt. Das Rückspiel gegen Griechenland am Sonntag wird sicherlich eine andere Herausforderung.
Rassismus nach der Niederlage gegen Griechenland
Neben dem sportlichen Geschehen beschäftigt mich allerdings noch etwas anderes: die rassistischen Kommentare, die es nach der Niederlage gegen Griechenland gegeben hat.
Was dort teilweise zu lesen war, ist absolut widerlich. Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder ihrer Hautfarbe abzuwerten, ist durch nichts zu rechtfertigen. Dass solche Kommentare ausgerechnet nach einem Fußballspiel wieder so offen geäußert werden, macht mich wütend.
Für mich ist das allerdings nicht nur ein Problem des Fußballs. Es ist auch ein Beispiel dafür, wo wir als Gesellschaft inzwischen wieder stehen. Rassismus ist offenbar erneut salonfähig geworden. Menschen fühlen sich zunehmend ermutigt, ihre menschenfeindlichen Einstellungen öffentlich zu äußern. Und ich frage mich: Wie konnte es so weit kommen?
Wenn die AfD bei Wahlen große Erfolge erzielt, bleibt der große gesellschaftliche Aufschrei häufig aus. Stattdessen beschäftigen wir uns lieber tagelang mit den Linken und betreiben teilweise regelrechtes Bashing. Über die AfD und ihre politischen Positionen wird dagegen oft deutlich weniger diskutiert, als es angesichts ihrer Wahlergebnisse nötig wäre.
Natürlich darf und soll man auch die Linke kritisieren. Aber ich finde es bemerkenswert, wie unterschiedlich die Aufmerksamkeit verteilt wird. Während die AfD von solchen Debatten profitieren kann, geraten ihre eigenen Positionen und die Folgen ihrer Politik schnell aus dem Blick.
Gerade angesichts der rassistischen Kommentare nach dem Griechenland-Spiel sollten wir uns fragen, welche gesellschaftlichen Entwicklungen wir eigentlich hinnehmen wollen. Rassismus darf nicht zur Normalität werden. Und es darf auch nicht passieren, dass wir uns an menschenfeindliche Äußerungen gewöhnen.
Fußball ist mehr als das Ergebnis
Der 2:0-Sieg gegen Serbien war für unsere Nationalmannschaft ein erfreulicher Erfolg. Ich habe zwar nicht das gesamte Spiel verfolgen können, aber mein Eindruck war positiv. Die Mannschaft hat ihre Möglichkeiten genutzt und hätte sogar noch höher gewinnen können.
Gleichzeitig zeigt das Geschehen rund um die Niederlage gegen Griechenland, dass Fußball nicht völlig losgelöst von gesellschaftlichen Entwicklungen betrachtet werden kann. Wenn Menschen nach einem verlorenen Spiel rassistische Kommentare verbreiten, ist das nicht einfach nur eine unschöne Begleiterscheinung des Sports.
Wir müssen solchen Äußerungen widersprechen und dürfen nicht zulassen, dass Rassismus immer selbstverständlicher wird. Das gilt im Fußball genauso wie in unserer Gesellschaft insgesamt.
Jetzt freue ich mich erst einmal auf das nächste Spiel unserer Nationalmannschaft gegen Griechenland. Sportlich wird es sicherlich eine andere Herausforderung als die Partie gegen Serbien. Und ich hoffe, dass unsere Mannschaft an ihre Leistung vom Donnerstagabend anknüpfen kann.
Lorenzo
PS: Du darfst diesen Blogbeitrag hier mit den nachfolgenden Buttons gerne teilen:

