Das Jahr 2019

Anfang Dezember fragte meine Freundin Benita mich, ob das Jahr für mich gut war. Ich sagte zunächst ja, aber danach dachte ich mir, dass es doch nur eher mittel war. Obwohl ich ein paar tolle Highlights erleben dürfte, wie zum Beispiel die eine Woche in Wien im Sommer mit meinen Eltern oder die Geburtstagsfeier von einer Cousine. Aber wieder ein Jahr ohne Job und neue Liebe, was ich mir immer zum neuen Jahr wünsche. Klar habe ich tolle Eltern und Freunde, jedoch wären die beiden Sachen auch sehr nett gewesen.

Dabei frage ich mich, warum ich oft nur der Kumpeltyp bin oder was an mir und meiner Behinderung in einer Beziehung so unvorstellbar ist. Natürlich brauche ich bei ein paar Dingen Hilfe, aber eben nicht nur. Und ich kann manchmal auch helfen. Ich bin ja nicht nur behindert, sondern auch ein Mann, der relativ stark und keineswegs dumm ist. Manche raten mir, such dir doch eine Frau, die auch behindert ist. Vielleicht versteht sie dich dann besser. Naja, wenn alles so leicht wäre. Es kommt doch auf den Menschen an und nicht, ob die Partnerin auch eine Einschränkung hat. Wenn es passt, ist es schön, aber eine Behinderung darf doch kein Auswahlkriterium sein, nur weil man dann hofft, dass man sich in einer Partnerschaft besser versteht oder man mit der Einschränkung besser umgehen kann. Die Person sollte im Vordergrund stehen und nicht die Behinderung. Das finde ich auf jeden Fall!

Genauso im Job, aber leider ist es auch da so. Außer Telefonieren kann ich im Büro auch alles, wie ein Nichtbehinderter als Bürokaufmann. Ich kann prima arbeiten, mit ein paar Hilfsmitteln. Jedoch haben viele Unternehmen Angst vor einem Behinderten im Betrieb oder kaufen sich aus einen anderen Grund frei. Aber ich gebe nicht auf und suche weiter!

Lorenzo

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