Das war gestern Abend ein durchaus gutes Spiel unserer Nationalmannschaft gegen die Niederlande. Am Ende des ersten Nations-League-Spiels unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp stand ein 1:1 auf der Anzeigetafel.
Natürlich ist es ärgerlich, dass der Ausgleich erst in der Nachspielzeit gefallen ist. Wenn ich mir jedoch das gesamte Spiel anschaue, geht das Ergebnis für mich absolut in Ordnung.
Deutschland kämpft und geht in Führung
Unsere Nationalmannschaft hat gut gekämpft und phasenweise richtig guten Fußball gespielt. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase wurde die Partie zunehmend intensiver. Deutschland verteidigte gut und konnte immer wieder eigene Akzente setzen. In der 32. Minute fiel das 1:0: Felix Nmecha verwertete einen Abpraller und brachte unsere Mannschaft in Führung.
Und beinahe hätte Deutschland sogar noch vor der Pause das 2:0 nachgelegt. Karim Adeyemi hatte eine gute Möglichkeit, scheiterte aber. Das wäre natürlich schön gewesen. Denn mit einem 2:0 hätten es die Niederländer noch deutlich schwerer gehabt, wieder ins Spiel zu kommen.
Die Niederlande machen Druck
Nach dem 0:1 erhöhten die Niederländer allerdings den Druck. Das war zu erwarten. Sie hatten einige gute Möglichkeiten und Deutschland musste teilweise ordentlich verteidigen. Marc-André ter Stegen war mehrfach gefordert und hielt seine Mannschaft mit starken Paraden im Spiel.
Trotzdem fand ich die deutsche Defensive insgesamt ziemlich ordentlich. Natürlich war nicht alles perfekt. Aber die Mannschaft hat sich gegen den Druck der Niederländer gewehrt und die Führung lange Zeit verteidigt. Und genau das fand ich positiv.
Ein spätes 1:1
Leider hat es am Ende nicht ganz gereicht. In der zweiten Minute der Nachspielzeit erzielte Cody Gakpo den Ausgleich zum 1:1 – das war natürlich Pech für unsere Mannschaft. So kurz vor dem Abpfiff möchte man eine Führung natürlich nicht mehr aus der Hand geben.
Aber ich kann mit dem Ergebnis leben. Denn wenn man ehrlich ist, haben die Niederländer genug Druck gemacht und genügend Chancen gehabt, um sich den Ausgleich zu verdienen. Das 1:1 ist deshalb leistungsgerecht.
Das muss man auch anerkennen, auch wenn es natürlich schade ist, dass der Ausgleich so spät gefallen ist.
Ein guter Anfang
Insgesamt war es für mich ein guter Auftritt unserer Nationalmannschaft. Die Mannschaft hat gekämpft, teilweise gut gespielt und sich gegen eine starke niederländische Mannschaft behauptet. Natürlich gibt es noch Dinge, an denen gearbeitet werden muss. Das ist nach einem einzigen Spiel unter einem neuen Bundestrainer aber auch völlig normal. Aber ich habe gestern durchaus Dinge gesehen, die mir gefallen haben.
Eine Mannschaft, die auswärts gegen die Niederlande lange mit 1:0 führt und sich auch unter Druck nicht aufgibt, hat aus meiner Sicht schon einiges richtig gemacht. Jetzt bin ich gespannt, wie es weitergeht.
Traurige Nachrichten aus Hamburg
Heute gibt es leider auch eine sehr traurige Nachricht aus meiner Heimat Hamburg. Peter Nogly ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Er war ein großer Spieler des HSV und gehört für mich zu den prägenden Persönlichkeiten der großen Geschichte dieses Vereins. Als er von 1969 bis 1980 für den HSV spielte, war ich noch viel zu klein.
Deshalb habe ich ihn selbstverständlich nicht als aktiven Fußballer erlebt. Aber durch Erzählungen, Interviews und Videos habe ich im Laufe der Jahre einiges über ihn erfahren. Betrachtet man seine Karriere, wird schnell klar, welche Bedeutung er für den HSV hatte.
Eine HSV-Legende
Nogly absolvierte 320 Bundesligaspiele und insgesamt 359 Pflichtspiele für den HSV. Mit Hamburg wurde er 1979 Deutscher Meister, gewann 1976 den DFB-Pokal und 1977 den Europapokal der Pokalsieger. Darüber hinaus wurde er 1976 Vize-Europameister mit der deutschen Nationalmannschaft. Damit war er Teil jener HSV-Mannschaft, die den Grundstein für die große Ära des Vereins legte.
Besonders beeindruckend ist für mich, dass er über elf Jahre beim HSV blieb. In einer Zeit, in der Vereinswechsel im Fußball zwar schon vorkamen, war eine solche lange Verbundenheit dennoch etwas Besonderes.
Peter Nogly wurde beim HSV wegen seiner robusten und zuverlässigen Spielweise auch als „Eiche“ bezeichnet. Das passt zu dem Bild, das ich durch die vielen Geschichten über ihn gewonnen habe.
Danke, Peter Nogly
Auch wenn ich Peter Nogly nie selbst auf dem Platz erlebt habe, gehört er für mich einfach zum HSV dazu. Er war Teil einer Mannschaft, deren Erfolge ich heute vor allem aus Erzählungen, alten Bildern und Videos kenne. Und trotzdem sind diese Geschichten ein Teil dessen, was für mich HSV-Geschichte ausmacht.
Deshalb möchte ich an dieser Stelle einfach sagen: Danke, Peter Nogly, für deine Zeit beim HSV und für das, was du für diesen Verein geleistet hast. Ruhe in Frieden. 🖤
Und vielleicht passt es sogar, dass ich heute mit einem Gedanken an den Fußball zurückblicke, den ich gestern gesehen habe: Ein 1:1 gegen die Niederlande ist kein perfektes, aber ein ordentliches Ergebnis.
Genauso gehört zu einem Fußballverein wie meinem HSV die Erinnerung an diejenigen, die seine Geschichte geprägt haben – Peter Nogly gehört ganz sicher dazu.
Lorenzo
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