35 Jahre „Use Your Illusion I & II“: Musik, die geblieben ist

Es gibt Musik, die hört man irgendwann einmal und denkt sich: „Ja, ganz nett.“ Und dann gibt es Alben, die einen über viele Jahre begleiten und bei denen man auch Jahrzehnte später noch denkt: Genau das ist meine Musik. Für mich gehören „Use Your Illusion I“ und „Use Your Illusion II“ von Guns N’ Roses eindeutig in die zweite Kategorie.

Heute, am 17. September 2026, sind diese beiden Alben tatsächlich schon 35 Jahre alt. Am 17. September 1991 erschienen sie gleichzeitig – und ich finde, das ist ein ziemlich guter Anlass, sie einmal wieder in den Mittelpunkt zu rücken.

Zumal ich am 11. Juni 2025 bereits über meine Lieblingsalben von Guns N’ Roses geschrieben habe. Der heutige Beitrag ist also keine komplette Neuvorstellung, sondern eher ein persönlicher Geburtstagsgruß an zwei Platten, die bei mir einfach ihren festen Platz haben.

Symbolbild: Gitarrenspieler
Symbolbild: Gitarrenspieler

Zwei Alben, die man nicht mal eben nebenbei veröffentlicht

Wenn man sich das heute vor Augen führt, ist es schon ein bisschen verrückt: Guns N’ Roses veröffentlichten nicht einfach ein neues Album, sondern gleich zwei. 30 Songs auf zwei Alben. Das muss man erst einmal schaffen. Und natürlich ist nicht jeder Song gleich zugänglich oder gleich großartig.

Aber genau das macht für mich den Reiz aus. „Use Your Illusion I“ und „II“ sind keine Alben, die auf Hochglanz poliert wurden, damit bloß niemand aneckt. Sie sind umfangreich, abwechslungsreich, manchmal wild, manchmal dramatisch und gelegentlich auch ein bisschen überdreht. Aber das gehört bei Guns N’ Roses ja irgendwie dazu.

„Use Your Illusion I“: Wenn es richtig rocken darf

Auf „Use Your Illusion I“ findet sich für mich diese ganz typische Mischung, die ich an Guns N’ Roses so mag: ordentlich Druck, großartige Gitarren und Songs, die trotzdem im Gedächtnis bleiben.

„Right Next Door To Hell“ ist ein herrlich krachender Einstieg. „Bad Obsession“„Back Off Bitch“ und „Garden Of Eden“ zeigen die Band von ihrer raueren Seite. Und dann kommen natürlich die großen emotionalen Momente.

„Don’t Cry“ ist für mich einer dieser Songs, die man wahrscheinlich schon tausendmal gehört hat und trotzdem nicht einfach überspringt. Und über „November Rain“ muss man eigentlich kaum noch etwas sagen. Dieser Song ist einfach riesig. Klavier, Orchester, Gitarrensoli – und eine Länge, bei der andere Bands vermutlich schon drei Songs daraus gemacht hätten. Aber genau deshalb funktioniert er:

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Auch „Live And Let Die“ gehört für mich unbedingt auf die Liste. Eine Coverversion, die sich keineswegs verstecken muss, sondern richtig schön nach Guns N’ Roses klingt.

Und wer denkt, dass nach neun Minuten „November Rain“ schon Schluss mit großen Momenten ist, bekommt mit „Coma“ noch einmal einen ziemlich intensiven Brocken serviert.

„Use Your Illusion II“: Ein bisschen nachdenklicher, aber genauso stark

„Use Your Illusion II“ hat für mich eine etwas andere Atmosphäre. Vielleicht wirkt das Album an manchen Stellen nachdenklicher, vielleicht liegt es auch einfach an den Songs, die ich damit verbinde.

Mit „Civil War“ geht es direkt ziemlich deutlich los. Ein Song, der nicht nur musikalisch funktioniert, sondern auch inhaltlich etwas zu sagen hat.

„14 Years“ und „Yesterdays“ gehören für mich zu den Stücken, die man leicht unterschätzt, wenn man nur auf die ganz großen Hits schaut. Dabei sind gerade solche Songs oft diejenigen, zu denen man später immer wieder zurückkehrt.

Dann natürlich „Knockin’ On Heaven’s Door“. Bob Dylan hat den Song geschrieben, aber Guns N’ Roses haben daraus ihre ganz eigene Version gemacht. Und die ist nun wirklich nicht gerade zurückhaltend.

„You Could Be Mine“ ist dagegen die pure Rockenergie. Ein Song, der für mich untrennbar mit dieser Zeit verbunden ist und der auch heute noch wunderbar funktioniert. Und dann ist da noch „Estranged“.

Was soll ich sagen? Ich finde den Song einfach großartig. Lang, dramatisch, emotional und musikalisch so dicht, dass man ihn nicht einfach nebenbei laufen lassen kann. Das ist einer dieser Songs, bei denen ich immer wieder denke: Ja, genau deshalb liebe ich diese Band:

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Was diese Alben für mich ausmacht

Ich glaube, es ist gar nicht nur die Musik selbst. Es ist auch das Gefühl, das mit diesen Alben verbunden ist „Use Your Illusion I“ und „II“ stehen für eine Zeit, in der Rockmusik noch richtig groß auftrumpfen durfte. Gitarren durften ausufern, Songs durften neun oder zehn Minuten lang sein und ein Album durfte auch einmal mehr sein als eine möglichst kompakte Sammlung von Singles. Heute würde man wahrscheinlich an manchen Stellen sagen: „Das ist aber ganz schön viel.“ Ja. Ist es.

Aber manchmal ist ganz schön viel eben genau das Richtige. Was ich an diesen Alben besonders mag, ist, dass sie nicht nur eine einzige Seite der Band zeigen. Da gibt es die harten Rocknummern, die Balladen, die Blues-Einflüsse, die großen Arrangements und die etwas ungewöhnlicheren Stücke. Man bekommt nicht einfach 30-mal denselben Song in leicht veränderter Form.

35 Jahre später

35 Jahre sind schon eine ziemlich lange Zeit. Wenn man bedenkt, wie viele Alben seitdem erschienen sind, wie viele Bands kamen und gingen und wie schnell sich Musikstile verändern, ist es schon bemerkenswert, dass diese beiden Alben für mich noch immer so präsent sind.

Natürlich höre ich sie heute anders als vielleicht früher. Man entdeckt mit der Zeit andere Songs neu, achtet auf andere Stellen und hat vielleicht nicht mehr bei jedem Stück dieselben Favoriten wie damals. Aber die Faszination ist geblieben.

Und das ist für mich eigentlich das Entscheidende: Ein Lieblingsalbum muss nicht jeden Tag laufen. Es muss auch nicht in jeder Lebensphase gleich wichtig sein. Aber wenn man es nach Jahren wieder hört und denkt: „Ja, das ist es. Genau deshalb habe ich diese Musik immer gemocht.“, dann hat es seinen Platz verdient.

Ein kleiner Geburtstagsgruß

Deshalb gibt es heute von mir keinen großen musikgeschichtlichen Vortrag und auch keine Rangliste, welches der beiden Alben nun besser ist. Ich mag beide. „Use Your Illusion I“ hat seine ganz eigenen Stärken, „Use Your Illusion II“ ebenfalls. Zusammen gehören sie für mich einfach als Doppelpack zusammen.

So wie sie 1991 veröffentlicht wurden, so gehören sie auch in meiner persönlichen Musikwelt zusammen. Und deshalb dürfen sie heute ruhig einmal wieder etwas lauter laufen. Vielleicht mit „November Rain“. Vielleicht mit „Civil War“. Vielleicht mit „Estranged“. Oder einfach gleich mit beiden Alben am Stück.

Fazit

35 Jahre „Use Your Illusion I“ und „Use Your Illusion II“ – und für mich sind diese beiden Alben noch immer echte Lieblingsstücke meiner Musiksammlung. Guns N’ Roses haben damals ein musikalisches Großprojekt abgeliefert, das nicht immer klein, leise oder bescheiden sein wollte. Und genau das macht es bis heute so besonders.

Manchmal braucht es eben keine neue Veröffentlichung, um gute Musik zu feiern. Manchmal reicht ein Blick ins eigene Regal – oder ein Klick auf die passende Playlist. Happy Birthday, „Use Your Illusion I & II“! 🎸

Lorenzo

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