Everwood – Warum mich diese Serie auch 20 Jahre später noch begeistert

Als ich vor einigen Wochen Netflix aufgerufen habe, wurde mir eine Serie vorgeschlagen, die mich sofort in die frühen 2000er-Jahre zurückversetzt hat: „Everwood”.

Ich habe die Serie geliebt, als sie vor rund 20 Jahren zum ersten Mal im Fernsehen lief. Ein bisschen ging es mir dabei wie mit „Berlin, Berlin”, über das ich hier im Blog bereits geschrieben habe. Manche Serien begleiten einen durch eine bestimmte Lebensphase und hinterlassen Spuren, die auch nach vielen Jahren noch vorhanden sind.

Als ich Everwood jetzt wiederentdeckt habe, wusste ich sofort, warum mich die Serie damals so begeistert hat. Bereits nach wenigen Minuten war das vertraute Gefühl wieder da. Ich lache noch immer an denselben Stellen, freue mich über die liebenswerten Figuren und fiebere mit ihnen mit, obwohl ich die Geschichten eigentlich schon kenne.

Symbolbild: Filmkamera

Eine Serie mit Herz

Im Mittelpunkt der Handlung steht der renommierte Neurochirurg Dr. Andrew Brown, der nach einem schweren Schicksalsschlag mit seinen Kindern in die Kleinstadt Everwood zieht. Was zunächst wie eine typische Familienserie wirkt, entwickelt schnell eine erstaunliche Tiefe. Es geht um Familie, Freundschaft, Verlust, Liebe und darum, seinen Platz im Leben zu finden.

Natürlich merkt man der Serie ihr Alter inzwischen an. Manche Themen werden anders behandelt als in aktuellen Produktionen und gelegentlich schimmert auch ein kirchlicher oder konservativer Einfluss durch. Das fällt auf, stört mich persönlich aber nur geringfügig. Es gehört einfach zur Serie dazu.

Großartige Schauspieler:innen

Ein wichtiger Grund, warum „Everwood” bis heute so gut funktioniert, ist die Besetzung. Die Schauspieler:innen verleihen ihren Figuren eine Glaubwürdigkeit, die in vielen aktuellen Serien fehlt. Man nimmt ihnen ihre Konflikte, ihre Sorgen und ihre Freuden einfach ab.

Besonders beeindruckend ist Treat Williams in der Rolle des Dr. Andrew Brown. Seine Darstellung ist zugleich stark, verletzlich, humorvoll und menschlich. Umso trauriger war die Nachricht von seinem tödlichen Verkehrsunfall im Juni 2023, der viele Fans erschütterte.

Auch seine letzte Serie, die kurz vor seinem Tod endete, habe ich sehr gerne gesehen. Trotzdem bleibt für mich „Everwood” sein größtes Serienvermächtnis. Er hat die Rolle des Andrew Brown mit einer Wärme und Authentizität gespielt, die bis heute nachwirken.

Warum Everwood auch heute noch funktioniert

Vielleicht liegt es daran, dass die Serie ihren Figuren Zeit gibt. Konflikte werden nicht innerhalb weniger Minuten gelöst, Beziehungen entwickeln sich langsam und die Charaktere dürfen Fehler machen. Dadurch wirken die Geschichten auch heute noch erstaunlich glaubwürdig.

In einer Zeit, in der viele Serien immer schneller, lauter und spektakulärer werden wollen, ist „Everwood” eine wohltuende Ausnahme. Sie setzt auf starke Figuren, emotionale Geschichten und echte zwischenmenschliche Momente.

Mein Fazit

Die Wiederentdeckung von „Everwood” auf Netflix ist für mich eine kleine Zeitreise. Viele Erinnerungen an die erste Ausstrahlung werden wach und gleichzeitig erlebe ich die Serie aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Dass ich noch immer an denselben Stellen lache und die Geschichten mich genauso berühren wie damals, spricht für die besondere Qualität dieser Serie. Für mich gehört „Everwood” auch nach über 20 Jahren noch zu den schönsten Familienserien überhaupt.

Wer die Serie damals verpasst hat oder sie einfach noch einmal erleben möchte, solltest du unbedingt eine Chance geben. Ich jedenfalls weiß wieder ganz genau, warum ich sie damals so geliebt habe.

Grüße, Lorenzo

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