Kielux 2026: Open Source und Linux in Kiel – und ein bisschen bei mir

Vom 17. bis 19. September 2026 dreht sich in Kiel wieder alles um Linux, Open Source und freie Software. Die 24. Kieler Open-Source- und Linux-Tage, kurz Kielux, stehen vor der Tür – und auch in diesem Jahr ist das Programm wieder ordentlich gefüllt.

Ich wäre eigentlich gerne wieder dabei. Leider klappt es auch dieses Mal nicht mit einem persönlichen Besuch. Zu dieser Zeit bin ich wieder mit meinen Eltern unterwegs: Zunächst treffen wir Verwandte im Harz, anschließend geht es für uns weiter nach Albstadt-Ebingen auf der Schwäbischen Alb. Aber vielleicht schaffe ich es zumindest, bei dem einen oder anderen Vortrag online reinzuschauen.

Linux-Pinguin Tux
Linux-Pinguin Tux

Kielux – eine Veranstaltung, die mir in guter Erinnerung geblieben ist

Vor zwei Jahren war ich gemeinsam mit meinen Eltern bei der Kielux vor Ort. Die Veranstaltung hat uns richtig gut gefallen. Besonders reizvoll fand ich die Mischung aus Vorträgen, Workshops, Ausstellungen und dem persönlichen Austausch mit anderen Linux- und Open-Source-Begeisterten.

Die Kielux ist eben nicht einfach nur eine Konferenz, bei der man sich Vorträge anhört. Es geht auch darum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Dinge auszuprobieren und vielleicht die eine oder andere Anregung für den eigenen digitalen Alltag mitzunehmen. Umso schade finde ich es, dass ich dieses Jahr wieder nicht nach Kiel fahren kann.

Linux Presentation Day macht den Anfang

Los geht es am 17. September mit dem Linux Presentation Day. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem der Einstieg in Linux. Unter anderem wird der möglichst unkomplizierte Wechsel von Windows zu Linux erläutert. Anschließend werden Linux-Alternativen zu bekannten Windows-Programmen vorgestellt. Das ist besonders für Menschen interessant, die mit dem Gedanken spielen, Windows hinter sich zu lassen, aber noch nicht wissen, welche Programme sie unter Linux verwenden können.

Zum Abschluss ist eine Fragerunde geplant, bei der vor Ort und im Stream Fragen zu Linux und freier Software gestellt werden können. Besonders gut gefällt mir, dass Linux hier nicht nur für eingefleischte Nerds, sondern ausdrücklich auch für Menschen präsentiert wird, die einfach einmal ausprobieren möchten, ob freie Software etwas für sie ist.

Von KI bis Debian

Auch an den beiden eigentlichen Kielux-Tagen ist das Programm sehr vielfältig. Am Freitag geht es unter anderem um den Einsatz freier Software im beruflichen Umfeld. Themen wie ein KI-Setup, Rechnungsstellung für Einzelunternehmer:innen oder der Rollout von Linux auf Tablets und Notebooks zeigen, wie breit das Thema Open Source inzwischen gefasst ist.

Selbstverständlich kommen aber auch klassische Linux- und Technikthemen nicht zu kurz. So stehen unter anderem Rust, offene Mobilitätsdaten und SQL-Datenbanken auf dem Programm. Am Samstag wird es dann noch einmal besonders abwechslungsreich. Auf dem Programm stehen beispielsweise Groupware, Datenvisualisierung, Mapping, Accountsicherheit und Machine Learning.

Besonders interessant finde ich, dass Andreas Tille wieder dabei ist und über seine Erfahrungen als Debian-Projektleiter berichtet. Außerdem gibt es Beiträge zu BlossomOS und Kdenlive. Zum Abschluss wird das Team von Tux-Flash seinen beliebten Podcast rund um freie Software live aus dem KITZ – dem Kieler Innovations- und Technologiezentrum – senden. Da sind einige Themen dabei, bei denen ich auch im Haus in Albstadt gerne einmal in den Stream hineinschauen würde.

Workshops zum Mitmachen

Neben den Vorträgen werden in diesem Jahr neun Workshops vor Ort angeboten. Dabei geht es unter anderem um Pentesting und Capture-the-Flag-Aufgaben, das Erstellen eigener Debian-Pakete und die Konfiguration eines integrierten Schaltkreises.

Besonders sympathisch finde ich außerdem den Workshop, in dem gezeigt wird, wie sich mit handgefertigten Zeichnungen Notizen einprägsamer gestalten und Präsentationen überzeugender gestalten lassen.

Gerade diese Mischung aus sehr technischen Themen und kreativen Ansätzen finde ich spannend. Open Source besteht schließlich nicht nur aus Programmcode.

Auch das Drumherum gehört dazu

Was mir bei meinem Besuch im vergangenen Jahr besonders gut gefallen hat, war das Begleitprogramm. Auch 2026 gibt es wieder eine „Linux-Erste-Hilfe-Praxis” und eine „Linux-Starthilfe” für Menschen, die noch gar kein Linux nutzen.

In der Linux-Lounge kann man sich treffen und austauschen. Für jüngere Besucher:innen gibt es mit dem „Tuxland” einen eigenen Bereich, in dem kindgerechte freie Software und Datenschutz auf spielerische Weise vermittelt werden.

Darüber hinaus gibt es eine Ausstellung, eine Jobwand, ein Linux-Barometer, eine Verlosung und am Freitagabend das traditionelle Community-Grillen. Am Samstagmorgen steht außerdem ein gemeinsames Frühstück zum Software Freedom Day auf dem Programm.

Geplant ist auch ein Tausch von Technik-Büchern und funktionierender, aber nicht mehr benötigter Hardware. Eine schöne Idee, wie ich finde: Dinge weitergeben, statt sie einfach wegzuwerfen.

Vielleicht schaue ich diesmal online vorbei

Auch 2026 bleibt die Kielux nicht auf Kiel beschränkt. Die Vorträge sollen wieder live gestreamt werden. Geplant sind Streams über YouTube und ownCast. Vorträge aus einem weiteren Raum sollen außerdem über Twitch übertragen werden. Das ist für mich natürlich besonders praktisch.

Ich weiß allerdings aus dem vergangenen Jahr, dass „online dabei sein“ leichter gesagt als getan ist. Wenn man unterwegs ist und Zeit mit der Familie verbringt, findet man nicht unbedingt die Ruhe, um sich zwei Stunden lang konzentriert einen Vortrag anzuschauen. Das habe ich im vergangenen Jahr auf der Schwäbischen Alb gemerkt.

Deshalb nehme ich mir diesmal nicht vor, möglichst viel vom Programm zu verfolgen. Wenn ich einen interessanten Vortrag erwische, freue ich mich darüber. Und wenn nicht, gibt es hoffentlich später noch Aufzeichnungen.

Mein Fazit

Die Kieler Open-Source- und Linux-Tage 2026 haben wieder ein ausgesprochen vielseitiges Programm zu bieten. Von Linux-Einsteiger:innen über erfahrene Anwender:innen bis hin zu Entwickler:innen und Menschen, die freie Software beruflich nutzen, dürfte für viele etwas dabei sein. Ich finde es gut, dass die Kielux technisch anspruchsvoll ist, aber gleichzeitig auch Einsteiger:innen offensteht. Genau diese Mischung macht für mich den Charme der Veranstaltung aus.

Auch wenn ich dieses Jahr wieder nicht persönlich in Kiel dabei sein kann, werde ich die Kielux zumindest ein bisschen im Blick behalten. Vielleicht ergibt sich auf der Schwäbischen Alb ja einmal eine ruhige Stunde, in der ich mein iPad aktiviere und mich per Stream nach Kiel schalte. Und wer weiß: Vielleicht klappt es im nächsten Jahr wieder mit einem Besuch vor Ort. 🐧💚

Grüße, Lorenzo

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