Zwei Europameisterschaften, jede Menge Sport: Leichtathletik in Birmingham und Schwimmen in Paris

Ich komme gerade kaum hinterher. Einerseits läuft die Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham, andererseits die Schwimm-Europameisterschaft in Paris. Und ich schaue mir tatsächlich beide sehr häufig an. So viel guter Sport im Fernsehen – da bin ich natürlich dabei!

Die Leichtathletik-EM findet aktuell vom 10. bis 16. August, also bis heute, in Birmingham statt. Austragungsort ist das Alexander Stadium, in dem bereits bei den Commonwealth Games 2022 die Leichtathletikwettbewerbe ausgetragen wurden. Für Großbritannien ist es außerdem eine Premiere, denn zum ersten Mal überhaupt findet die Freiluft-Europameisterschaft der Leichtathletik im Vereinigten Königreich statt.

Auch in Paris ist gerade jede Menge los. Die Schwimmwettbewerbe der European Aquatics Championships finden ebenfalls vom 10. August bis heute statt. Neben dem Schwimmen gehören zu den Europameisterschaften in Paris auch Freiwasserschwimmen, Wasserspringen und Synchronschwimmen.

Symbolbild: Sport
Symbolbild: Sport

Besonders spannend: der Mehrkampf

In der Leichtathletik gibt es natürlich unglaublich viele Disziplinen, die ich gerne schaue. Dazu gehören Sprint, Mittel- und Langstrecke, Hoch- und Weitsprung, Kugelstoßen, Speerwurf und vieles mehr. Am spannendsten finde ich jedoch den Zehnkampf und den Siebenkampf.

Ich finde es faszinierend, dass sich die Sportler:innen nicht auf eine einzige Disziplin konzentrieren, sondern in vielen verschiedenen Bereichen ihr Können unter Beweis stellen müssen. Es kommt auf das Gesamtpaket aus Schnelligkeit, Ausdauer, Sprungkraft, Wurfkraft und Technik an.

Gerade dadurch sind Mehrkämpfe für mich so spannend. Nach einer Disziplin kann sich das Klassement schon wieder verändern. Wer beim Sprint vielleicht nicht ganz vorne liegt, kann beim Hochsprung oder Speerwurf wieder ordentlich Punkte gutmachen. Man weiß eigentlich nie so richtig, wie der Wettkampf ausgehen wird. Und genau das gefällt mir.

Was hätte ich eigentlich gemacht?

Wenn ich nicht behindert wäre, hätte ich neben Fußball, Eishockey und Handball wahrscheinlich auch Zehnkampf ausprobiert. Ich finde den Gedanken einfach toll, nicht auf eine einzige Disziplin festgelegt zu sein. Beim Zehnkampf muss man schließlich sehr vielseitig sein.

Natürlich ist das heute eine ganz andere Geschichte. Ich bin inzwischen 50 Jahre alt und mit meiner Behinderung wäre Zehnkampf für mich ohnehin keine realistische Sportart mehr. Aber ein bisschen träumen darf man ja. 😉

Und vielleicht ist genau das auch ein Grund, warum ich Mehrkämpfe so gerne anschaue. So kann ich zumindest vor dem Fernseher mitfiebern und mir vorstellen, wie es wäre, selbst einmal verschiedene Disziplinen auszuprobieren.

Birmingham: Rekorde und große Erfolge

Die Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham haben in diesem Jahr jedenfalls jede Menge zu bieten. Besonders beeindruckend fand ich die vielen herausragenden Leistungen.

Ein echtes Highlight aus deutscher Sicht war Julian Weber. Der Speerwerfer gewann Gold und stellte mit 90,40 Metern einen neuen Europarekord auf. Damit ist er der erste deutsche Speerwerfer seit vielen Jahren, der die 90-Meter-Marke wieder knackte.

Auch Andreas Almgren sorgte für einen Rekord. Der Schwede gewann die 10.000 Meter in 27:23,44 Minuten und stellte damit einen neuen Meisterschaftsrekord auf. Besonders bemerkenswert ist, dass er damit den ältesten noch bestehenden Meisterschaftsrekord der Europameisterschaften aus den Rekordlisten löschte.

Und dann ist da natürlich noch Karsten Warholm. Der Norweger gewann über 400 Meter Hürden seinen vierten Europameistertitel in Folge. Seine Zeit von 46,63 Sekunden bedeutete gleichzeitig einen neuen Meisterschaftsrekord.

Auch im Hochsprung gab es einen großen Erfolg: Yaroslava Mahuchikh aus der Ukraine gewann zum dritten Mal in Folge den Europameistertitel. Mit übersprungenen 1,97 Metern setzte sie ihre beeindruckende EM-Serie fort.

Und auch Dina Asher-Smith schrieb Geschichte. Mit der britischen 4-mal-100-Meter-Staffel gewann sie Gold und holte damit ihre zehnte EM-Medaille. Damit zog sie mit der polnischen Leichtathletik-Legende Irena Szewińska gleich, die ebenfalls zehn Medaillen bei Europameisterschaften gewonnen hatte.

Das sind nur einige Beispiele. Es ist genau diese Mischung aus verschiedenen Disziplinen, persönlichen Bestleistungen, Rekorden und spannenden Entscheidungen, die für mich den Reiz der Leichtathletik ausmacht.

Weitere deutsche Erfolge in Birmingham

Auch die deutschen Sportler:innen haben in Birmingham für einige schöne Momente gesorgt. Besonders gefreut habe ich mich über Owen Ansah von meinem HSV. Nach Bronze über 100 Meter gewann er über 200 Meter tatsächlich Gold – und das in starken 19,95 Sekunden, seiner persönlichen Bestzeit. Da schlägt mein HSV-Herz gleich ein bisschen höher. 💙🤍🖤

Auch die deutsche 4-mal-100-Meter-Staffel der Männer konnte sich über Silber freuen. Kevin Kranz, Marvin Schulte, Heiko Gussmann und Lucas Ansah-Peprah (ebenfalls vom HSV) liefen in 38,64 Sekunden auf den zweiten Platz.

Und dann ist da noch Paris

Während in Birmingham gelaufen, gesprungen und geworfen wird, geht es in Paris ins Wasser. Auch die Schwimm-Europameisterschaft schaue ich mir gerade sehr gerne an. Auch hier gab es bereits einige fantastische Leistungen. Das absolute Highlight war für mich aber ganz klar Johannes Liebmann.

Der erst 19-jährige Deutsche schwamm über 1.500 Meter Freistil Weltrekord. Seine Zeit von 14:26,79 Minuten war unglaublich. Er verbesserte den bisherigen Weltrekord von Bobby Finke um 3,88 Sekunden und war der erste Mann überhaupt, der diese Strecke in weniger als 14 Minuten und 30 Sekunden schwamm.

Was für eine Leistung! Solche Momente sind genau der Grund, warum ich Sportveranstaltungen wie diese so gerne schaue. Man weiß nie, ob man gerade Zeuge von etwas Historischem wird – und plötzlich steht ein neuer Weltrekord auf der Anzeigetafel.

Auch Frankreichs Schwimmstar Léon Marchand konnte bei seiner Heim-EM überzeugen. Nach seinen vier Olympiasiegen in Paris 2024 wird er ohnehin zu den bekanntesten Schwimmern der Welt gehören. In Paris setzte er seine Erfolgsserie fort.

Weitere deutsche Erfolge in Paris

Auch die deutschen Schwimmer:innen können in Paris auf eine erfolgreiche Europameisterschaft zurückblicken. Florian Wellbrock gewann im Freiwasser sowohl über fünf als auch über zehn Kilometer Gold. Gemeinsam mit Oliver Klemet, Isabel Gose und Julia Ackermann holte er außerdem Gold in der Mixed-4×1500-Meter-Staffel. Klemet konnte sich zuvor bereits über Bronze über zehn Kilometer freuen. Und auch Isabel Gose zeigte einmal mehr, wie vielseitig sie ist. Neben ihrem Einsatz in der Freiwasserstaffel konnte sie im Becken weitere starke Ergebnisse erzielen.

Nicht immer nur Fußball

Was mich bei diesen beiden Europameisterschaften außerdem besonders freut, ist, dass es im Fernsehen richtig viel Leichtathletik und Schwimmen gibt. Ich mag Fußball. Sehr sogar. Auch Eishockey und Handball schaue ich gerne. Aber Sport ist für mich eben viel mehr als nur Fußball.

Deshalb finde ich es schön, wenn große Sportereignisse wie die Leichtathletik-EM oder die Schwimm-EM entsprechende Aufmerksamkeit erhalten. Gerade die Leichtathletik bietet unglaublich viele unterschiedliche Wettbewerbe. Und beim Schwimmen gibt es ebenfalls eine riesige Vielfalt an Strecken und Disziplinen.

Da kann man sich treiben lassen und immer wieder etwas Neues entdecken. Und wenn dann auch noch Weltrekorde, Europarekorde oder andere außergewöhnliche Leistungen dazukommen, macht das Zuschauen natürlich noch mehr Spaß.

Sport zum Einschalten und Mitfiebern

Vielleicht ist das ja das Schöne an solchen Europameisterschaften: Man muss sich nicht vorher entscheiden, welche Sportart man heute sehen möchte. Ein bisschen Sprint hier, ein spannendes Finale dort, anschließend ein Mehrkampf und danach noch Schwimmen – perfekt!

Gerade wenn mehrere große Wettbewerbe gleichzeitig stattfinden, ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich einfach den Fernseher einschalte und schaue, was läuft. Deshalb stehen bei mir gerade Birmingham und Paris ziemlich weit oben auf dem Sportprogramm.

Die Leichtathletik-EM und die Schwimm-EM zeigen einmal mehr, wie vielfältig Sport sein kann. Ich freue mich ehrlich gesagt darüber, dass im Fernsehen zur Abwechslung mal nicht ausschließlich Fußball im Mittelpunkt steht. Von mir aus darf es gerne öfter so viel Leichtathletik und Schwimmen im Fernsehen geben!

Grüße, Lorenzo

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