Kaum wird das Thema „Künstliche Intelligenz und Blogs” wieder aufgegriffen, beginnt gefühlt die nächste Grundsatzdiskussion: Darf man KI beim Bloggen überhaupt verwenden? Müssen KI-generierte Inhalte gekennzeichnet werden? Sind Texte noch persönlich, wenn bei ihrer Entstehung eine KI mitgewirkt hat? Ich gebe zu: Diese Diskussion nervt mich inzwischen.
Nicht, weil ich die Fragen grundsätzlich für unwichtig halte. Sondern weil ich manchmal das Gefühl bekomme, man müsse sich als Blogger:in inzwischen fast dafür rechtfertigen, wenn man KI als Werkzeug nutzt. Darauf habe ich keine Lust.
Ja, ich nutze KI für meinen Blog
Deshalb möchte ich es noch einmal ganz klar sagen: Ja, ich nutze KI als Hilfsmittel für meinen Blog. Und nein, ich sehe darin kein Problem. Ich lasse mir nicht einfach fertige Blogbeiträge schreiben und veröffentliche diese anschließend ungeprüft. Meine Themen kommen von mir. Meine Erlebnisse auch. Meine Gedanken und meine Meinung kommen ebenfalls von mir.
Natürlich entscheide auch ich, was am Ende auf Lorenzos Welt veröffentlicht wird. Die KI hilft mir vor allem dabei, meine Gedanken zu strukturieren, Formulierungen zu finden und aus meinen Ideen einen gut lesbaren Text zu machen. Für mich ist das eine Form der Unterstützung. Nicht mehr und nicht weniger.
Der Inhalt bleibt meiner
Genau hier liegt für mich der entscheidende Punkt. Wenn ich einen Blogbeitrag über ein Erlebnis schreibe, dann habe ich dieses Erlebnis tatsächlich erlebt. Wenn ich meine Meinung zu einem politischen Thema äußere, dann ist das meine Meinung. Wenn ich über WordPress, Linux, Musik, Sport oder mein Leben schreibe, dann sind das meine Themen und meine Erfahrungen.
Eine KI kann mir dabei helfen, diese Gedanken besser auszudrücken. Aber sie hat nicht mein Leben gelebt. Sie war nicht dabei. Sie hat meine Erfahrungen nicht gemacht. Und sie hat auch keine eigene Meinung dazu, was ich erlebt oder gedacht habe. Deshalb bleibt der Blogbeitrag mein persönlicher Beitrag.
Ich kann nicht einfach so schreiben wie andere
In dieser Diskussion wird meiner Meinung nach außerdem häufig vergessen, dass Menschen ganz unterschiedliche Voraussetzungen haben. Für manche ist es selbstverständlich, sich hinzusetzen und einen langen Text selbst zu formulieren. Für andere ist das deutlich schwieriger. Ich kann beispielsweise nicht sprechen und nutze deshalb eine Sprach-App, um zu kommunizieren. Auch beim Schreiben und Formulieren helfen mir technische Hilfsmittel.
Warum sollte ausgerechnet bei künstlicher Intelligenz eine Grenze gezogen werden? Wenn mir ein Werkzeug dabei hilft, meine Gedanken so auszudrücken, wie ich es möchte, dann sehe ich darin keinen Verlust meiner Persönlichkeit. Im Gegenteil. Es hilft mir, meine Persönlichkeit besser sichtbar zu machen.
Muss ich das jetzt jedes Mal kennzeichnen?
Damit komme ich zu einem Punkt, der mich inzwischen wirklich ärgert. Sobald man sagt, dass man KI beim Bloggen nutzt, wird sofort die Frage nach der Kennzeichnung gestellt. Aber warum sollte ich meine Beiträge als KI-generiert kennzeichnen? Sie sind es nicht. Ich veröffentliche keine von einer KI erfundenen Geschichten als meine eigenen. Ich lasse keine künstlichen Erlebnisse produzieren und tue anschließend so, als wären sie mir passiert.
Ich nutze ein Werkzeug, um meine eigenen Inhalte zu formulieren. Eine Kennzeichnung wie „Dieser Beitrag wurde mit KI erstellt“ wäre für mich deshalb sogar irreführend. Sie würde bei meinen Leser:innen möglicherweise den Eindruck erwecken, der Inhalt stamme von der KI. Das tut er aber nicht.
KI ist ein Werkzeug
Ich sehe künstliche Intelligenz beim Bloggen ähnlich wie andere technische Hilfsmittel. So hilft mir eine Rechtschreibprüfung, Fehler zu finden. Ein Textprogramm unterstützt mich beim Schreiben. Ein Übersetzungsprogramm kann mir eine Formulierung in einer Fremdsprache erklären. Und eine KI kann mir dabei helfen, meine Gedanken zu strukturieren oder eine passende Formulierung zu finden.
Keines dieser Werkzeuge nimmt mir automatisch meine Persönlichkeit. Entscheidend ist, wie man ein Werkzeug verwendet. Natürlich kann man eine KI auch dazu benutzen, einen komplett austauschbaren Text über irgendein Thema zu erzeugen und diesen massenhaft im Internet zu veröffentlichen. Das kann ich ebenfalls kritisch sehen. Daraus folgt für mich jedoch nicht, dass jede Nutzung von KI beim Bloggen schlecht oder unehrlich ist.
Ich habe darüber schon öfter geschrieben
Das Thema ist für mich übrigens keineswegs neu. Ich habe auf Lorenzos Welt bereits mehrfach über künstliche Intelligenz geschrieben und mich mit unterschiedlichen Aspekten beschäftigt. In meinem Beitrag „Künstliche Intelligenz im Alltag – Helfer, Risiko oder nur Hype?“ habe ich mich grundsätzlich mit den Chancen und Risiken von KI beschäftigt.
Auch die Meinung meiner Leser:innen habe ich einmal genauer betrachtet: „Wie meine Leser:innen über KI denken – Stimmen aus der Community“. Außerdem habe ich darüber geschrieben, warum Blogs trotz KI nicht tot sind.
Und beim Bloggerschnack im März 2026 habe ich bereits ausführlicher erklärt, wie ich KI beim Bloggen nutze und warum bewusst. Meine Haltung dazu hat sich seitdem nicht grundsätzlich verändert.
Ich muss mich nicht dafür rechtfertigen
Was mich an der aktuellen Diskussion besonders stört, ist nicht die Diskussion über KI selbst. Diskussionen finde ich gut. Unterschiedliche Meinungen ebenfalls. Was mich stört, ist dieses Gefühl, dass man sich als Blogger:in plötzlich rechtfertigen muss, wenn man KI verwendet.
Warum eigentlich? Ich habe niemanden getäuscht. Ich habe keine fremden Inhalte als meine eigenen ausgegeben. Ich habe meine Leser:innen nicht belogen. Ich nutze einfach ein Werkzeug, das mir beim Schreiben hilft.
Und dafür möchte ich mich nicht anprangern lassen. Ich werde deshalb auch nicht unter jeden Blogbeitrag einen Hinweis setzen, nur weil bei dessen Entstehung eine KI beteiligt war.
Nicht, weil ich etwas verheimlichen möchte. Sondern weil ich nicht der Meinung bin, dass meine Beiträge dadurch zu „KI-Beiträgen“ werden.
Mein Blog bleibt mein Blog
Für mich ist Lorenzos Welt weiterhin mein persönlicher Blog. Hier schreibe ich über Dinge, die mich beschäftigen. Über Erlebnisse, Technik, WordPress, Linux, Sport, Musik, Politik und vieles mehr. Natürlich entwickelt sich auch meine Art zu schreiben weiter. Und natürlich nutze ich dabei technische Hilfsmittel.
Das war schon immer so. Ich möchte bloggen, weil ich Spaß daran habe. Ich möchte meine Gedanken mit anderen teilen und mit meinen Leser:innen ins Gespräch kommen. Wenn mir KI dabei hilft, meine Gedanken besser auszudrücken, dann werde ich diese Möglichkeit auch weiterhin nutzen.
Ohne schlechtes Gewissen und ohne mich dafür zu rechtfertigen. Denn am Ende ist für mich entscheidend, was ich zu sagen habe. Und das kommt weiterhin von mir.
Wie siehst du das?
Nutzt du KI beim Bloggen? Wenn ja, wo ziehst du die Grenze? Meinst du, dass jede KI-Unterstützung gekennzeichnet werden sollte, oder kommt es vielmehr darauf an, wie KI eingesetzt wird? Ich bin gespannt auf deine Meinungen. 😊
Grüße, Lorenzo
PS: Du darfst diesen Blogbeitrag hier mit den nachfolgenden Buttons gerne teilen:


Leute, ich verstehe es echt nicht mehr und ja, ich bin genervt und wenn das so weiter geht, werfe ich alle Blogs aus meinem Feed, die sich permanent und wiederholend um dieses Thema drehen. Ist es wirklich so schwer einfach ein /ai-Page zu machen? Kurz zu beschreiben, ob, warum und wie KI eingesetzt wird und es dann einfach den Leser*Innen zu überlassen, ob sie das okay finden oder sie es nicht lesen möchten? Es geht doch auch in Form von gefühlt 500 Beiträgen, warum dann nicht einfach eine Seite und gut ist?
Hallo Sven,
ich kann deinen Frust durchaus nachvollziehen. Gerade wenn ein Thema ständig wiederholt wird, kann es irgendwann nerven.
Eine /ai-Seite finde ich grundsätzlich auch keine schlechte Idee. Dort könnte man einmal erklären, ob und wie man KI nutzt, und danach wäre das Thema für den eigenen Blog eigentlich geklärt.
Bei mir ist es allerdings die Frage, was ich dort eigentlich kennzeichnen sollte. Ich nutze KI als Hilfsmittel beim Schreiben, aber die Themen, Erlebnisse, Gedanken und Meinungen meiner Beiträge stammen von mir. Sie hilft mir vor allem dabei, meine eigenen Gedanken zu strukturieren und gut zu formulieren.
Deshalb sehe ich meine Beiträge nicht als „KI-generiert“ an und habe nicht das Bedürfnis, sie entsprechend zu kennzeichnen. Ich möchte mich auch nicht dafür rechtfertigen müssen, dass ich ein Werkzeug nutze, das mir beim Schreiben hilft.
Aber vielleicht hast du mit deinem Vorschlag trotzdem einen Punkt: Eine einmalige Erklärung auf einer AI-Seite könnte zumindest dafür sorgen, dass ich nicht bei jeder Diskussion von vorne erklären muss, wie ich KI einsetze. 😉
Und keine Sorge: Ich habe nicht vor, Lorenzos Welt jetzt dauerhaft mit KI-Diskussionen zu füllen. Das Thema beschäftigt mich gerade einfach, weil es in der Blogosphäre wieder ziemlich hochkocht.
Liebe Grüße
Lorenzo
Noch ein kleiner Nachtrag zu meinem Kommentar: Eine /ai-Seite werde ich übrigens nicht einrichten, unabhängig davon. Ich möchte meine Nutzung von KI nicht auf einer eigenen Seite erklären oder mich dafür rechtfertigen müssen. Für mich ist entscheidend, dass die Inhalte und Gedanken meiner Beiträge von mir stammen. KI ist dabei lediglich ein Werkzeug, das mir beim Formulieren hilft.
Aber natürlich kann jede:r für den eigenen Blog selbst entscheiden, ob eine solche Seite sinnvoll ist. 😊
Also, ich verstehe es richtig, du möchtest dich in deinem Blog nicht rechtfertigen müssen, warum du KI nutzt und lehnst deswegen eine /ai-Page ab, schreibst aber gleichzeitig Artikel hier im Blog, in denen du dich dafür rechtfertigst, warum du KI nutzt?
Es ist dein Blog, du kannst hier tun und lassen, was du willst. Aber dass das schon ziemlich widersprüchlich ist, merkst du schon, oder?
Hallo Sven,
ja, ich verstehe, warum das auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt. 😉
Ich sehe allerdings einen Unterschied zwischen einer verpflichtenden oder dauerhaften Erklärung auf einer /ai-Seite und einem Blogbeitrag, in dem ich meine persönliche Meinung zu einer aktuellen Diskussion äußere.
Ich muss mich nicht rechtfertigen. In diesem Fall möchte ich jedoch erklären, warum ich die aktuelle Diskussion kritisch sehe und warum ich meine KI-Nutzung anders bewerte als manche andere.
Dass ich einen Beitrag darüber schreibe, bedeutet deshalb nicht, dass ich mich für meine Nutzung von KI rechtfertige. Ich möchte mich mit dem Thema auseinandersetzen und meine Sichtweise darlegen, so wie ich es bei vielen anderen Themen auf meinem Blog auch mache.
Und ja, vielleicht ist genau das der Grund, warum ich keine /ai-Seite möchte. Ich möchte keine dauerhafte Dokumentation meiner KI-Nutzung führen. Wenn mich das Thema beschäftigt, schreibe ich darüber. Wenn es mich irgendwann nicht mehr beschäftigt, dann eben nicht. 😊
Aber du hast recht: Es ist mein Blog – und genau deshalb entscheide ich selbst, wie ich damit umgehe.
Liebe Grüße
Lorenzo
Es geht nicht um „Rechtfertigung“ sondern darum, seinen Lesern gegenüber offen zu sein. Du sagst, du musst dich nicht rechtfertigen und tust es dann, gleichzeitig aber wehrst du dich gegen eine /ai-Seite, die genau diesen Inhalt hätte. Halte ich für widersprüchlich.
Die Diskussion geht um 2 Dinge, die man trennen muss:
Setzt jemand KI ein und „darf“ man das – ich habe meine Meinung formuliert, aber soll halt jeder selbst entscheiden.
Und legt man offen, wie man seine Kunst erschafft. Und da würd‘ ich als Leser eben gern wissen, woran ich bin, das einfach aufzuschreiben hielte ich nur fair. Da kann dann jeder gucken und gut. Wenn es interessiert, interessierts, wenn nicht, dann eben nicht.
Niemand verpflichtet dich dazu. Es geht um Etiquette.
Hallo Thomas,
danke für die Klarstellung. Jetzt ist auch deutlicher, wo unsere unterschiedlichen Sichtweisen liegen. 😊
Du betrachtest eine KI-Seite vor allem als Frage der Transparenz gegenüber den Leser:innen. Für meinen Blog halte ich diese Information jedoch nicht für notwendig, da meine Beiträge inhaltlich von mir stammen und ich KI lediglich als Hilfsmittel beim Formulieren und Strukturieren nutze.
Deshalb empfinde ich es auch nicht als widersprüchlich, dass ich Blogbeiträge darüber schreibe, aber keine /ai-Seite möchte. In meinen Beiträgen setze ich mich inhaltlich mit der Diskussion auseinander und erkläre meine persönliche Sichtweise dazu. Das ist etwas anderes, als eine dauerhafte Nutzungsdokumentation für meinen Blog zu führen.
Ich verstehe aber durchaus, dass du als Leser:in gern wissen möchtest, wie ein Blog entsteht. Das ist eine legitime Erwartung. Genauso legitim finde ich es allerdings, wenn andere Blogger:innen sagen: „Diese Information möchte ich nicht gesondert bereitstellen.“
Für mich gehört es zur Freiheit des Bloggens, dass wir auch darüber selbst entscheiden dürfen. Du kannst deine Nutzung transparent machen, andere können eine /ai-Seite einrichten und ich verzichte eben darauf. 😉
Und vielleicht sind wir uns tatsächlich an diesem Punkt einig: Niemand muss meine Art zu bloggen gut finden und niemand muss meinen Blog lesen. Aber genauso möchte ich selbst entscheiden dürfen, wie ich meinen Blog betreibe.
Liebe Grüße
Lorenzo