WhatsApp

Symbolbild: Tippen auf Smartphone
Symbolbild: Tippen auf Smartphone

In den nächsten Monaten möchte WhatsApp ja die Nutzungsbedingungen so ändern, dass Daten an die Mutter Facebook weitergegeben werden können. Sprich: Chats, Gruppen, Kontakte und Standorte. Das findet Facebook natürlich prima. Dann können sie noch mehr personalisierte Werbung zeigen bzw. mit den Daten handeln. Facebook hat so schon Millionen an Nutzerdaten und jetzt können sie noch weitere Daten verknüpfen. 🙄

In der EU darf WhatsApp eigentlich nicht so eine Datenweitergabe durchführen. Das war eine Auflage bei der Genehmigung der WhatsApp-Übernahme von Facebook. Mal sehen, was die EU macht. Sie müssten ja jetzt etwas machen. Aber das ist ein anderes Thema.

Jetzt wechseln viele zu den Messenger-Diensten, die sowas nicht machen und sicherer sind. Endlich. Das finde ich toll, aber warum nicht früher? Es war doch schon länger bekannt, dass WhatsApp es mit dem Datenschutz nicht so genau nimmt und nicht so gut in der Verschlüsselung ist.

Aber die Messenger haben auch Unterschiede in der Sicherheit und Unternehmensstruktur. Die Unterschiede möchte ich dir jetzt gerne erläutern:

Signal ist von einer gemeinnützigen Stiftung und völlig Open Source. Open Source heißt, dass jeder eine Software und deren Quelltext einsehen, daran arbeiten, sie ändern und nutzen kann. Open-Source-Software ist fast immer kostenlos. Die Signal-Stiftung finanziert sich über Spenden. Deshalb haben sie keine kommerziellen Interessen mit den Daten. Die Stiftung achtet auf die Datensparsamkeit und Verschlüsselung. Sie speichern keine Nutzerdaten und verschlüsseln alles, also Nutzerdaten, Charts und Gruppen. Deshalb haben sie keinen Zugriff auf Nutzerdaten. Signal wird deswegen oft von Sicherheitsexperten und Datenschutzorganisationen empfohlen. Der bekannte Whistleblower Edward Snowden nutzt auch den Messenger täglich und lebt immer noch. Das antwortete er vor ein paar Tagen auf Twitter auf eine Frage, ob man Signal wirklich so vertrauen kann wie die Signal-Stiftung behauptet.

Telegram ist von zwei russischen Brüdern. Ihre Firma sitzt seit einiger Zeit in Dubai. Früher natürlich in Russland, aber aufgrund des Drucks der strengen Regierung um Putin wegen Nutzerdaten sind sie nach Dubai umgezogen. Sie haben auch das russische Facebook gegründet. Aber wie genau die Firma sich finanziert, weiß man nicht. Sie wollen aber anscheinend kostenpflichtige Funktionen einführen. Die Firma ist leider nicht so transparent. Sie sagen zwar, dass sie nicht auf die Daten zugreifen und nicht an Dritte weitergeben. Das ist jedoch keine Garantie. Bei Telegram werden übrigens normale Chats und Gruppen nicht verschlüsselt. Das heißt, dass jeder diese Chats und Gruppen abgreifen bzw. mitlesen kann. Nur geheime Chats sind verschlüsselt, aber nur zwischen zwei Personen. Die geheime Chats muss man außerdem extra anschalten. Nur der App-Quelltext ist bei Telegram offen. Der Rest ist nicht offen und nachprüfbar.

Threema ist von einer schweizerischen Firma. Der Messenger ist damit auch europäisch. Da sich ihre Server laut Aussage der Firma auch nur in der Schweiz befinden, müssen sie sich nach dem schweizerischen Bundesgesetz über den Datenschutz und der Datenschutz-Grundverordnung richten. Ich finde es gut. Sie verschlüsseln Chats und Gruppen. Bei der Nutzung verlangen sie keine Telefonnummer und sonstige personenbezogenen Angaben. Man kann seine Telefonnummer und Mailadresse optional angeben. Dann speichert die Firma aber auch die Daten auf den Servern. Jedoch die Firma hat auch keine kommerziellen Interessen mit den Daten. Sie finanzieren sich über die App-Käufe und Business-Lösungen. Außerdem gibt die Threema GmbH jährlich einen Transparenzbericht raus, in dem sie Behördenanfragen und die Antworten bzw. Daten offenlegen. Bei Threema ist der App-Quelltext seit dem 21. Dezember 2020 komplett offen.

Neben WhatsApp und iMessage (der Apple-Messenger) nutze ich auch die drei vorgestellten Messenger. Aber ich würde dir Signal oder Threema empfehlen wie alle Experten, weil die beiden Messenger-Dienste einfach am sichersten und datensparsam sind. Der Apple-Messenger iMessage ist zwar auch verschlüsselt und Apple achtet auf den Datenschutz. Außerdem verdienen sie auch kein Geld mit Werbung, aber Apple legt die Funkionsweise von iMessage nicht offen. Deshalb kann man die Sicherheit auch nicht unabhängig überprüfen. Ich vertraue Apple aber da schon. Es gibt jedoch einen Nachteil beim Messenger. iMessage geht nur auf Apple-Produkten. Deswegen sind Signal und Threema jetzt die Messenger-Empfehlungen schlechthin.

Hast du Signal oder Threema auch schon? Bist du der gleichen Meinung wie ich oder anderer Meinung? Du kannst mir gerne hier unten einen Kommentar schreiben.

Grüße, Lorenzo

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