Zwischen Freude und Grausamkeit – Gedanken zur Relegation

Die Relegation sorgt jedes Jahr für große Emotionen. Für die einen ist sie die letzte Rettung, für die anderen ein Albtraum.

Und ehrlich gesagt gehöre ich zu denjenigen, die mit diesem Format bis heute nicht wirklich warm werden.

Symbolbild: Fußball

Wolfsburg steigt verdient ab

Ich dachte tatsächlich, dass sich Wolfsburg gegen Paderborn retten würde. Allein schon wegen des Kaders. Außerdem hatten sich die Wolfsburger zuletzt in deutlich verbesserter Form gezeigt. Aber am Ende reicht ein großer Name eben nicht aus.

Wer in zwei Spielen gegen Paderborn insgesamt nur ein Tor schießt, braucht sich über den Abstieg nicht zu wundern. Natürlich spielte Wolfsburg vorgestern lange in Unterzahl. Über die erste gelbe Karte kann man sicherlich diskutieren. Wenn man jedoch bereits verwarnt ist, darf man so ein Foul einfach nicht machen.

Außerdem gilt: Eine Mannschaft kann durchaus zu zehnt noch guten Fußball spielen beziehungsweise noch mehr kämpfen, als es die Wolfsburger getan haben.

Paderborn hat die Überzahl stark genutzt, viel Druck gemacht und insgesamt eine richtig gute Relegation gespielt. Deshalb an dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg!

Essen kämpft – Fürth nutzt seine Chancen

Auch gestern war wieder alles dabei. Fürth hat ein richtig gutes Spiel gemacht, aber Essen ebenfalls. Deshalb hätten aus meiner Sicht beide Mannschaften den Klassenerhalt bzw. den Aufstieg verdient gehabt.

Der Unterschied war letztlich die Chancenverwertung. Fürth nutzte seine Möglichkeiten, Essen hingegen nicht. Genau deshalb blieb Greuther Fürth am Ende in der Liga. Auch dazu herzlichen Glückwunsch.

Die Relegation bleibt unfair

Trotzdem bleibt bei mir ein ungutes Gefühl zurück. Essen hatte einfach das Pech, dass es die Relegationsspiele seit 2009 gibt. Natürlich verstehe ich, warum die DFL dieses Modell eingeführt hat. Vier zusätzliche Spiele bedeuten Aufmerksamkeit, Spannung und natürlich Geld.

Aber sportlich überzeugt mich das bis heute nicht. Für den Drittplatzierten der zweiten oder dritten Liga ist die Relegation oft keine Belohnung für eine gute Saison, sondern eine Bestrafung.

Du spielst monatelang eine starke Saison, erreichst dein Ziel fast und musst dann doch noch gegen eine Mannschaft antreten, die eigentlich eine schlechte Saison gespielt hat. Für den Drittletzten ist die Relegation dagegen ein Rettungsanker.

Fußball zwischen Drama und Frust

Natürlich entstehen durch die Relegation große Geschichten und emotionale Momente. Genau deshalb lieben viele Menschen dieses Format. Ich selbst sehe dabei aber oft eher die Härte und Ungerechtigkeit.

Denn am Ende entscheiden manchmal zwei Spiele über Monate harter Arbeit. Und das fühlt sich für mich bis heute irgendwie grausam an.

Grüße, Lorenzo

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2 Kommentare

  1. Also man landet ja auch nicht ohne Grund auf so einem möglichen Abstiegsplatz, nicht wahr? Da kann man das Ergebnis nicht alleine an zwei solcher Spiele aus machen… Und ich muss sagen, die Niederlage am Montag hat sich Wolfsburg einfach selbst eingeschenkt. Schon in den ersten Minuten so ein Drama zu schaffen, das muss man erstmal hinbekommen. Paderborn war da einfach konsequenter. Aber Man of the Match an dem Tagen waren für beide Kinder die Torwärte, die so eine krasse Leistung hingelegt haben.

    Ich bin froh, dass das Spiel am nächsten Tag von Essen und Co zumindest in der „Rückrunde“ besser und ausgeglichener aussah. Das Hinrundenspiel hatte für mich leider wenig mit Fußball zu tun und sah einfach nur… naja… komisch aus.

    1. Liebe Sari,

      da hast du natürlich recht. 🙂 Ohne Grund landet man normalerweise nicht auf einem Abstiegs- bzw. Relegationsplatz. Die Relegation entscheidet deshalb nicht allein über eine Saison – die Probleme entstehen meistens schon viel früher.

      Und Wolfsburg hat sich das am Montag teilweise wirklich selbst eingebrockt. So nervös und hektisch in ein solches Spiel zu starten, war schon erstaunlich. Paderborn wirkte insgesamt klarer im Kopf und konsequenter in den entscheidenden Situationen.

      Die Torhüter fand ich übrigens auch richtig stark. Gerade in solchen Druckspielen können gute Torhüter unglaublich wichtig sein.

      Und beim Spiel gegen Essen weiß ich genau, was du meinst. Das Rückspiel wirkte deutlich mehr nach „normalem Fußball“. Das Hinspiel hatte teilweise eher etwas von purem Überlebenskampf als von einem richtigen Spielaufbau. 😉

      Liebe Grüße, Lorenzo

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