CSD Hamburg 2026: 300.000 Menschen setzen ein starkes Zeichen für Vielfalt

Gestern war ich mit meinem Vater beim Christopher Street Day (CSD) in Hamburg. Wir standen etwa eine Stunde lang am Straßenrand der Mönckebergstraße und schauten uns den Demonstrationszug an. Es war unglaublich voll.

Natürlich haben wir gemerkt, dass sehr viele Menschen unterwegs waren. Dass es am Ende rund 300.000 Teilnehmende waren, so viele wie noch nie beim CSD Hamburg, haben wir allerdings erst erfahren, als wir wieder zu Hause waren. Rückblickend erklärt das einiges. Die vielen Menschen waren überall deutlich zu spüren.

Regenbogenfahne

Ein friedlicher und beeindruckender Protest

Besonders gefreut hat mich, dass Menschen mit den unterschiedlichsten sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten gemeinsam auf die Straße gegangen sind. Die Stimmung war friedlich, freundlich und ausgelassen, genau wie ich den CSD kenne.

Natürlich wurde viel gelacht, getanzt und gefeiert. Aber trotzdem war jederzeit klar: Der CSD ist keine Straßenparty, sondern eine politische Demonstration. Es geht um Menschenrechte. Es geht um Gleichberechtigung. Es geht um Selbstbestimmung.

Und es geht darum, dass jeder Mensch so leben und lieben darf, wie er oder sie möchte – ohne Angst vor Ausgrenzung oder Hass.

Jetzt erst recht!

Der schreckliche Anschlag beim CSD in Berlin am vergangenen Wochenende war natürlich auch in Hamburg ein Thema. Viele Menschen sprachen darüber. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass sich viele gesagt haben: „Jetzt erst recht!“ Und genau das war überall zu spüren.

Anstatt sich einschüchtern zu lassen, gingen noch mehr Menschen auf die Straße als je zuvor. Das war ein starkes Zeichen der Solidarität mit der queeren Community und ein Zeichen gegen Hass und Gewalt.

Ich wollte unbedingt dabei sein, um ebenfalls ein Zeichen für Vielfalt, Respekt und eine offene Gesellschaft zu setzen.

Eine Botschaft, die nicht aktueller sein könnte

Mir hat die Botschaft von Olivia Jones bei der Eröffnung des CSD besonders gut gefallen. Sinngemäß sagte sie, dass queere Menschen einfach so leben möchten, wie sie sind. Sie wollen niemandem etwas wegnehmen, sondern lediglich die gleichen Rechte und den gleichen Respekt wie alle anderen Menschen.

Genau darum geht es. Niemand verliert Rechte, nur weil andere Menschen ebenfalls gleichberechtigt leben dürfen. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein. Leider ist es das noch immer nicht, sondern es wird sogar wieder mehr unter Druck gesetzt.

Ein Wunsch für das nächste Jahr

Während ich den Demonstrationszug beobachtete, kam mir zusammen mit meinem Vater ein Gedanke. Im nächsten Jahr würde ich unglaublich gerne auf dem Inklusionstruck der Hamburg Pride mitfahren.

Als Mensch mit Behinderung weiß ich, wie wichtig Sichtbarkeit und Teilhabe sind. Deshalb würde ich mich sehr freuen, wenn das möglich wäre. Ich werde Hamburg Pride auf jeden Fall einmal danach fragen.

Und wenn es klappt, möchte ich auch gleich für meinen guten Kumpel Jerome nachfragen. Er ist ja DJ und moderiert jeden Freitagnachmittag die Sendung „Crazy Station – Hamburgs andere Feierabendshow“ bei Tide Radio. Mein Blog unterstützt diese Sendung inzwischen seit über sechs Jahren als Sponsor. Es wäre schön, wenn er den Inklusionstruck musikalisch begleiten könnte. Mal sehen, was daraus wird.

Vielfalt macht unsere Gesellschaft stärker

Für mich war der gestrige CSD erneut ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass Vielfalt keine Bedrohung darstellt. Vielfalt verbindet Menschen. Sie schafft Begegnungen. Sie macht unsere Gesellschaft menschlicher.

Die 300.000 Menschen in Hamburg haben gestern gezeigt, dass sie sich nicht einschüchtern lassen und sich auch weiterhin für Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Menschenrechte einsetzen werden. Ich finde, das war ein starkes und wichtiges Zeichen.

Und genau deshalb hoffe ich, dass der CSD auch in Zukunft viele Menschen zusammenbringt – bis Vielfalt, Respekt und Gleichberechtigung wirklich selbstverständlich geworden sind.

Lorenzo

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