Eine bittere Niederlage in Leipzig – und wichtigere Dinge im Leben

Schon wieder eine deutliche Niederlage für meinen HSV. Nach dem 0:5 gegen Mainz am vergangenen Sonntag gab es gestern Nachmittag bei RB Leipzig sogar ein weiteres 0:5. Natürlich bin ich darüber erneut enttäuscht. Aber wie ich bereits nach dem Mainz-Spiel geschrieben habe: Niemand muss mich trösten.

Niederlagen gehören zum Fußball dazu. Auch hohe Niederlagen. Das lässt sich nun einmal nicht ändern. Allerdings muss man die Dinge schon ehrlich benennen. Und gestern gab es beim HSV durchaus einiges, das kritisch betrachtet werden muss.

Symbolbild: Fußball

Ein guter Beginn, danach zwei Gegentore

Dabei hatte mein HSV eigentlich gut angefangen. Die Mannschaft kam ordentlich ins Spiel und zeigte zunächst, dass sie sich nicht einfach verstecken wollte. Dann kassierte sie allerdings zwei Gegentore. Und danach wurde es zunehmend schwierig.

Auch in die zweite Halbzeit kam der HSV zunächst wieder gut hinein. Eigentlich hätte sogar der Anschlusstreffer zum 1:2 fallen müssen. Das wäre möglicherweise noch einmal ein ganz anderes Spiel geworden.

Doch stattdessen fiel das dritte Gegentor. Und ab diesem Zeitpunkt passierte etwas, das auf diesem Niveau eigentlich nicht passieren darf.

Nach dem 3:0 ging zu viel verloren

Nach dem dritten Gegentor brach der HSV phasenweise regelrecht auseinander. Die weiteren Gegentore zum 4:0 und 5:0 fielen dann auch noch relativ schnell hintereinander. Natürlich kann man bei RB Leipzig verlieren.

Man kann dort auch einmal deutlich verlieren. Leipzig verfügt über eine gute Mannschaft, und mein HSV ist als Aufsteiger beziehungsweise zweite Saison nach dem Aufstieg noch immer dabei, sich in dieser Liga zu etablieren.

Aber gerade die letzten Gegentore hätten nicht mehr sein müssen. Man darf sich nach einem 0:3 nicht einfach derart ergeben. Auch wenn das Spiel praktisch entschieden ist, geht es immer noch darum, Haltung zu zeigen, weiterzulaufen und sich nicht völlig auseinandernehmen zu lassen.

Die Mannschaft und die Verantwortlichen wissen selbst am besten, dass sie sich in den nächsten Spielen jetzt wirklich deutlich steigern müssen. Und zwar nicht nur ein bisschen.

Es gab auch Pech

Trotz aller Kritik sollte man allerdings nicht unterschlagen, dass der HSV gestern auch Pech hatte. Der Beginn war durchaus ordentlich, und nicht alles war von Anfang an schlecht. Gerade deshalb ist die Niederlage vielleicht sogar besonders ärgerlich.

Es war nicht so, dass man von der ersten Minute an chancenlos gewesen wäre. Es gab Phasen, in denen die Mannschaft ordentlich mitspielte und Hoffnung aufkommen konnte. Umso bitterer war es, wie das Spiel nach dem dritten Gegentor aus der Hand gegeben wurde.

Zum Glück nur unterwegs per App verfolgt

Ich habe das Spiel glücklicherweise nur unterwegs im Auto über die HSV- beziehungsweise Sportschau-App verfolgt, während wir nach Albstadt unterwegs waren.

Hätte ich die Partie richtig mitbekommen, wäre ich vermutlich noch enttäuschter gewesen. So bekam ich das Geschehen zwar mit, aber eben nicht ganz so intensiv wie bei einem kompletten Spiel.

Und manchmal gibt es im Leben eben Dinge, die wichtiger sind als mein HSV beziehungsweise Fußball. Zum Beispiel ein schönes Verwandtschaftstreffen.

Ein Wochenende im Kloster Hedersleben

Wir haben uns an diesem Wochenende im Kloster Hedersleben in Sachsen-Anhalt getroffen. Das Kloster ist heute ein Hotel, Restaurant und Veranstaltungsort. Ich finde den Ort wirklich toll, und es ist immer wieder schön, zusammenzukommen. Dass wir uns ausgerechnet kurz nach der schrecklichen Wahl in Sachsen-Anhalt in Hedersleben getroffen haben, war allerdings schon ein eigenartiges Gefühl.

Wenn man durch die Gegend fährt, sieht man durchaus einige AfD-Fahnen vor Häusern. Gleichzeitig bekommt man aber auch die Sorgen der Menschen mit, die sich fragen, was jetzt auf sie zukommt. Denn eines darf man nicht vergessen: Die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt hat ja die AfD nicht gewählt.

Viele Menschen müssen nun mit einem Wahlergebnis leben, das sie selbst gar nicht wollten. Und natürlich machen sie sich Sorgen darüber, wie sich die politische Situation entwickeln wird. Das ist nachvollziehbar und sollte nicht einfach beiseitegeschoben werden.

Ein schönes, aber viel zu kurzes Familientreffen

Unabhängig davon war unser Treffen mit den Verwandten wieder sehr schön. Leider – wie eigentlich immer – viel zu kurz. Wir sehen uns nicht besonders häufig, weil wir über ganz Deutschland verstreut leben. Gerade deshalb sind solche Treffen für mich etwas Besonderes. Man kann sich austauschen, gemeinsam essen, lachen und einfach Zeit miteinander verbringen.

Am Freitag sind meine Eltern, ein Onkel, seine Frau und ich angereist. Wir kamen rechtzeitig zum Essen beziehungsweise zum ersten gemeinsamen Abend an. Am Samstag sind wir dann alle nach Quedlinburg gefahren, um uns die Stadt anzuschauen.

Quedlinburg ist wirklich eine wunderschöne Stadt. Die historische Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und den vielen kleinen Straßen hat einen ganz besonderen Charme. Seit 1994 gehört Quedlinburg zum UNESCO-Weltkulturerbe und besitzt damit einen Flächendenkmal-Status von internationaler Bedeutung.

Am Abend waren wir zum Abschluss noch gemeinsam essen, bevor es am Sonntag nach dem Frühstück wieder in alle Richtungen nach Hause ging beziehungsweise weiterging.

Weiter nach Albstadt

Meine Eltern und ich sind anschließend noch nach Albstadt weitergefahren. Dort werden wir nun knapp eine Woche im Elternhaus verbringen, das inzwischen als Ferienhaus genutzt wird, und von dort aus einige Ausflüge unternehmen. Darüber werde ich natürlich noch berichten, wie ich es bereits am Mittwoch angekündigt hatte.

Das Wochenende hat mir jedenfalls wieder einmal gezeigt: So enttäuschend eine Fußballniederlage auch sein kann – es gibt im Leben viele andere Dinge, die mindestens genauso wichtig sind. Der HSV wird seine nächsten Spiele bekommen und hoffentlich die richtige Reaktion zeigen.

Und ich werde natürlich weiterhin mitfiebern. Aber an diesem Wochenende standen eben einmal die Familie, gemeinsame Erlebnisse und ein wenig Zeit abseits des Fußballs im Mittelpunkt. Das war auch gut so.

Grüße, Lorenzo

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