Miss Beautiful

Symbolbild: Film

Gestern habe ich mir auf Sky zufällig einen tollen Film angeguckt. Er heißt „Miss Beautiful„, wie mein Blogbeitragstitel ja schon verrät, und ist ein französischer Film. Die Premiere war am 18. Januar 2020 beim L’Alpe d’Huez Film Festival. Der Kinostart wäre eigentlich dann im März gewesen, aber wegen Corona erst im Oktober.

Aber nun zum Inhalt: Es geht um den jungen Mann Alex, der als 9-jähriger anfängt, zwischen den Geschlechterrollen zu wechseln und davon träumt, mal Miss France zu werden.15 Jahre später bewirbt er sich tatsächlich bei der Misswahl, obwohl sein Selbstbewusstsein nicht besonders stark ausgebildet ist, weil er als weiblicher Mann immer schief angeglotzt wurde und sein Leben nach dem Verlust seiner Eltern nicht gerade berauschend verlief. Mit Unterstützung seiner Ersatzfamilie wagt er dennoch den Schritt zur Misswahl. Nach ein paar Schwierigkeiten und Niedermachereien traut er sich immer mehr, seine ganze Weiblichkeit zu zeigen, versteht er sich mit den anderen Bewerberinnen gut und kommt ins Finale, das er es aber dann nicht gewinnt, weil er sich vorher als Mann zu erkennen gegeben hat

Der Schauspieler, der Alex spielte, sah echt wie eine Frau und sehr hübsch aus. Wenn man es nicht wüsste, dass er eigentlich ein Mann ist, könnte man erst einmal keinen Unterschied merken. Das fand ich gut. Ich finde die gesellschaftlich festgelegten Geschlechterrollen sowieso unterirdisch. Wenn ein Mann sich als Frau oder eine Frau sich als Mann fühlt bzw. beides zusammen, sollten sie es auch ausleben dürfen. Keine Religion (Kirche), Regierung und Gesellschaft sollte es als abartig, krank abtun und ausgrenzen. Genauso nicht andere sexuelle Orientierung. Niemand ist deshalb wirklich anormal.

Das meint der Regisseur auch, der ebenfalls die Idee zum Film hatte. Der Film ist für alle Menschen, die ausgegrenzt fühlen und auf die man mit dem Finger zeigt. Er mag diese Menschen auch, weil sie einer Gesellschaft helfen. Und damit hat er Recht.

Leider gibt es aber noch genug Ausgrenzung. Wir müssen uns als Gesellschaft, Kirche und Politik für Menschen, die nicht dem Standard entsprechen wollen oder können, noch weiter öffnen. Ich weiß, dass es nicht leicht ist, aber diese Menschen sind wirklich nicht krank. Basta! Wer sowas sagt, ist selber krank. Also, wenn du die Chance hast, dir „Miss Beautiful“ anzusehen, tue das bitte. Absolut empfehlenswert!

Übrigens haben wir Behinderte manchmal auch dieses Bedürfnis, eine andere sexuelle Orientierung oder einfach nur Lust auf Liebe, körperliche Nähe und Sex. Aber das wird uns noch häufiger abgesprochen als den Nichtbehinderten. Wir sind nicht nur asexuelle Menschen. Auch wir haben ein normales Verlangen nach Sexualität. Vielleicht brauchen wir nur manchmal etwas mehr Hilfe dazu. Was ist daran so schwer zu begreifen? Wenn einer von uns wirklich mal asexuell ist, hat es meistens nichts mit der Behinderung zu tun. Asexuell kann jeder Mensch sein.

Grüße, Lorenzo

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