RSS-Feed: Warum ich bei meinem Blog lieber auf Textauszüge setze

Für viele Blogger:innen und Leser:innen sind RSS-Feeds nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des Internets. Ich selbst nutze zwar keinen RSS-Reader, aber ich weiß von vielen anderen, dass sie ihre Lieblingsblogs auf diese Weise verfolgen und regelmäßig neue Beiträge lesen.

Vor einiger Zeit hat mein Bloggerkollege Dominik auf seinem Blog über seine Entscheidung geschrieben, seinen RSS-Feed künftig mit vollständigen Beiträgen auszuliefern. Seine Argumente kann ich durchaus nachvollziehen. Trotzdem habe ich mich bei Lorenzos Welt ganz bewusst für einen anderen Weg entschieden.

„Read” heißt auf Englisch „lesen”.
„Read” heißt auf Englisch „lesen”.

Ich selbst lese lieber direkt auf Webseiten

Ich gehöre nicht zu den Menschen, die ihre Blogs hauptsächlich über einen RSS-Reader verfolgen. Wenn ich einen interessanten Beitrag entdecke, besuche ich in der Regel direkt die entsprechende Website. Ich möchte einen Blog so lesen, wie er von den Blogger:innen gestaltet wurde. Dazu gehört für mich nicht nur der eigentliche Text, sondern auch das Layout, Bilder, die Navigation, weitere Beiträge und natürlich die Kommentare.

Ein RSS-Reader bietet natürlich einen großen Komfort. Viele Beiträge lassen sich dort in einer einheitlichen Darstellung lesen, ohne dass man jedes Mal eine andere Website aufrufen muss. Das ist besonders praktisch, wenn man vielen Blogs folgt. Für mich gehört zum Bloggen aber auch der Besuch des Blogs selbst dazu.

Mein RSS-Feed enthält deshalb nur einen Textauszug

Bei Lorenzos Welt ist der RSS-Feed deshalb auf „Textauszug“ eingestellt. Dies ist weder eine technische Unachtsamkeit noch eine Entscheidung gegen RSS. Im Gegenteil: Ich finde es wichtig, dass mein Blog einen RSS-Feed anbietet und Leser:innen selbst entscheiden können, wie sie meine Beiträge verfolgen möchten. Der Textauszug soll dabei gewissermaßen ein kleiner Vorgeschmack sein.

Er soll neugierig auf den vollständigen Beitrag machen und dazu einladen, auf Lorenzos Welt weiterzulesen. Dort gibt es dann nicht nur den kompletten Artikel, sondern auch die Kommentare und das gesamte Umfeld des Beitrags. Gerade bei einem persönlichen Blog halte ich das für sinnvoll.

Ein vollständiger Feed ist natürlich komfortabler

Ich möchte gar nicht behaupten, dass ein vollständiger RSS-Feed grundsätzlich schlechter wäre. Im Gegenteil: Für die Leser:innen ist es komfortabler, wenn sie einen kompletten Beitrag direkt in ihrem RSS-Reader lesen können. Sie müssen dafür nicht erst auf die Website wechseln. Wenn jemand sehr viele Blogs verfolgt oder seine RSS-Feeds regelmäßig auf dem Smartphone oder Tablet liest, kann ein vollständiger Feed die angenehmere Lösung sein.

Und genau deshalb finde ich es gut, dass WordPress uns diese Wahl lässt. Es gibt nicht die eine richtige Lösung für alle Blogs. Was für einen Blog sinnvoll ist, muss für einen anderen noch lange nicht passen.

Es geht auch um die eigenen Inhalte

Ein weiterer Punkt ist für mich ganz pragmatisch: Wenn der komplette Artikel bereits im RSS-Reader gelesen wurde, gibt es natürlich weniger Gründe, anschließend noch den Blog zu besuchen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich jeden Klick unbedingt brauche. Lorenzos Welt ist schließlich kein kommerzielles Projekt, mit dem ich meinen Lebensunterhalt verdiene.

Aber natürlich freue ich mich, wenn Leser:innen auf meinen Blog kommen. Nicht nur wegen irgendwelcher Besucherzahlen, sondern weil dort der eigentliche Austausch stattfindet. Wer einen Beitrag kommentiert, trifft auf andere Kommentare.

Wer einen Artikel interessant findet, entdeckt vielleicht noch einen anderen Beitrag. Und wer meinen Blog besucht, erlebt auch die Gestaltung und Atmosphäre von Lorenzos Welt. All das verschwindet im RSS-Reader weitgehend.

RSS und Blogs müssen kein Entweder-oder sein

Ich finde deshalb, dass die Diskussion über vollständige Feeds und Textauszüge gar nicht dogmatisch geführt werden muss. Wer seinen Leser:innen möglichst viel Komfort bieten möchte, kann den vollständigen Beitrag ausliefern. Wer möchte, dass die Leser:innen anschließend auf den eigenen Blog kommen, kann sich für einen Auszug entscheiden.

Beides hat seine Berechtigung. Und vielleicht ist genau das eine der schönen Eigenschaften des offenen Webs: Wir können unsere Blogs so gestalten, wie es zu uns und unseren Leser:innen passt.

Ich werde meinen RSS-Feed deshalb weiterhin als Textauszug anbieten. Nicht, weil ich RSS für unwichtig halte. Ganz im Gegenteil.

Ich möchte, dass der Feed neugierig auf Lorenzos Welt macht und der vollständige Beitrag dort gelesen und diskutiert wird.

Wie siehst du das?

Nutzt du einen RSS-Reader? Und bevorzugst du vollständige Beiträge oder Textauszüge? Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen und Meinungen dazu. 😊

Grüße, Lorenzo

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2 Kommentare

  1. Deine Argumente kann ich gut nachvollziehen. Ich lege selbst sehr viel Wert auf die Gestaltung eines Blogs und ziehe aus diesem Interesse heraus oft die Inspiration für neue Gestaltungsideen. Bei mir ist immer als im Wandel. Andererseits sehe ich, dass diese Tatsache nicht nur positive Aspekte birgt. So mancher Besucher wird es komisch finden, dass ständig neue Elemente, Farben und Fonts zum Einsatz kommen. Aber angesprochen wird das nur ganz selten. Das zeigt, dass es LeserInnen doch um die Hauptsache, nämlich den Inhalt von Artikeln geht. Ich zeige den kompletten Feed, obwohl ich mir selbstverständlich auch wünschen würde, dass die LeserInnen den Blog selbst besuchen. Ich halte es für einen guten Service, wenn man den kompletten Beitrag auch im Feed-Reader lesen kann. Wer kommentieren möchte wird den Weg finden.

    1. Hallo Horst,

      das kann ich gut nachvollziehen. Gerade deine wechselnde Gestaltung finde ich spannend, weil man bei dir immer wieder etwas Neues entdeckt. Und ich glaube auch, dass die meisten Leser:innen letztlich wegen der Inhalte kommen und nicht wegen der verwendeten Schriftart oder der Farbe eines Buttons. 😉

      Beim RSS-Feed sehe ich das allerdings ein bisschen anders. Ich finde einen vollständigen Feed einen guten Service für die Leser:innen. Gerade wenn man viele Blogs verfolgt, ist es natürlich angenehm, die Beiträge komplett im Reader lesen zu können.

      Bei meinem eigenen Blog ist der Textauszug aber eine bewusste Entscheidung. Ich freue mich, wenn Leser:innen auf Lorenzos Welt kommen und sich neben dem Beitrag auch die Kommentare und die übrige Gestaltung ansehen. Und natürlich gebe ich zu: Ein paar zusätzliche Besuche auf dem Blog sind auch nicht schlecht. 😄

      Letztlich haben wohl beide Varianten ihre Berechtigung. Schön ist, dass wir selbst entscheiden können, was für unseren Blog und unsere Leserschaft am besten passt.

      Liebe Grüße
      Lorenzo

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