„WordPress ist ein Plugin-Monster!“ – „Die Datenbank ist ein einziges Chaos!“ – „Der Pflegeaufwand ist viel zu hoch!“ – „Ständig Updates!“ – „Und überhaupt: WordPress ist doch völlig veraltet!“
Bei all dieser Kritik könnte man fast den Eindruck bekommen, WordPress sei eine Art digitale Ruine, die nur noch mit viel Glück und noch mehr Wartungsaufwand am Leben gehalten wird. Komisch nur: Mein Blog läuft. Und zwar mit WordPress.
Seit fast sieben Jahren. Ohne dass ich jeden Morgen erst einmal stundenlang irgendwelche Datenbanktabellen aufräumen, 87 Plugins aktualisieren oder mein halbes System neu aufsetzen muss. 😉
Deshalb frage ich mich inzwischen tatsächlich: Ist die aktuelle Kritik an WordPress nicht ein bisschen überzogen? Ich jedenfalls sehe keinen Grund, mein funktionierendes System auszutauschen, nur weil WordPress im Internet gerade wieder einmal für tot, überladen oder unzeitgemäß erklärt wird.
Also: WordPress? Ja, warum eigentlich nicht?

Ein Thema, das gerade wieder aktuell ist
Kürzlich hat sich mein Bloggerkollege Herr Tommi in seinem Beitrag „WordPress? Warum auch nicht?“ mit diesem Thema beschäftigt. Er verweist darin unter anderem auf Piehnat, der sich ebenfalls mit der Frage auseinandergesetzt hat, warum WordPress insbesondere für kleine Blogs und Projekte eine gute Wahl sein kann. Beim Lesen musste ich ein bisschen schmunzeln. Denn genau das denke ich schon seit Längerem.
Bereits im Juli 2025 hatte ich einen Beitrag mit dem Titel „Warum ich WordPress trotz aller Kritik liebe und weiterhin nutze“ geschrieben. Ein Jahr später könnte ich ihn eigentlich fast unverändert noch einmal veröffentlichen. Aber eben nur fast. Inzwischen ist nämlich noch etwas Zeit vergangen und mein Blog läuft immer noch mit WordPress. Und das ist vielleicht das beste Argument überhaupt.
Mein Blog ist kein Technikprojekt
Ich betreibe Lorenzos Welt nicht, um möglichst viel an meinem Content-Management-System (CMS) herumzuschrauben. Also an meinem Inhaltsverwaltungssystem. Ich möchte schreiben. Über Musik, Politik, Technik, Sport, Inklusion und all die anderen Dinge, die mich beschäftigen. Ich möchte Fotos einbinden, Beiträge gestalten, Kommentare ermöglichen und meinen Blog so aussehen lassen, wie ich es möchte.
Und genau das kann ich mit WordPress. Natürlich könnte ich mir auch ein anderes System suchen. Es gibt inzwischen viele interessante Alternativen. Manche davon sind schlanker, andere moderner und wieder andere versprechen besonders wenig Wartungsaufwand. Das ist alles schön und gut. Aber warum sollte ich wechseln, wenn mein System meine Erwartungen erfüllt?
„WordPress ist ein Plugin-Monster!“
Dieser Vorwurf begegnet mir immer wieder. Und ja, WordPress kann zu einem Plugin-Monster werden. Aber man kann auch sehr bewusst auswählen, welche Erweiterungen man wirklich benötigt. Ich muss nicht für jede Kleinigkeit ein Plugin installieren. Und ich muss auch nicht 50, 80 oder 100 Erweiterungen auf meiner Website betreiben.
Ich entscheide selbst, was ich brauche. Genau darin sehe ich eine Stärke, keine Schwäche. Wenn ich eine bestimmte Funktion vermisse, gibt es eine riesige Auswahl an Erweiterungen. Wenn ich eine bestimmte Funktion nicht brauche, installiere ich sie eben nicht. Für mich bedeutet das keine Überladung, sondern Wahlfreiheit.
Und die Datenbank?
Auch die viel beschworene „WordPress-Datenbank“ hat mir ehrlich gesagt nur einmal schlaflose Nächte bereitet, als ich Mitte Januar zu All-Inkl.com gewechselt bin. Das war jedoch nur ein Formatierungsproblem, und ich habe großartige Hilfe von meinen Bekannten André Grellmann und Anne Schwarz (Gründerin des Bloghexen-Bloggerforums) bekommen. An dieser Stelle noch einmal ein Dankeschön an André und Anne für ihren Einsatz! 🙏
Selbstverständlich kann eine Website beziehungsweise ein Blog wie dieser mit den Jahren wachsen. Plugins können natürlich Daten hinterlassen. Und natürlich sollte man nicht völlig sorglos mit seinem System umgehen.
Aber daraus gleich ein „Datenbank-Chaos“ zu machen, halte ich für übertrieben. Mein Blog ist inzwischen ziemlich umfangreich. Es gibt viele Beiträge, Kommentare, Bilder und jede Menge Inhalte.
Und trotzdem läuft WordPress. Nicht spektakulär. Nicht perfekt. Aber zuverlässig. Und genau das erwarte ich eigentlich von einer Software.
Updates? Ja, natürlich!
Auch das Argument der vielen Updates kann ich nur teilweise nachvollziehen. Ja, WordPress bekommt Updates. Plugins bekommen Updates. Themes bekommen Updates. Und manchmal kommt gefühlt gerade dann ein Update, wenn man denkt: „Jetzt ist doch gerade alles fertig.“
Aber Updates gehören für mich nun einmal zu einer Website beziehungsweise einem Blog dazu. Ich fahre schließlich auch kein Auto und sage: „Bremsen wechseln? Nein danke, das ist mir zu viel Wartungsaufwand.“
Sicherheitsupdates und Fehlerkorrekturen sind keine lästige Erfindung von WordPress, sondern gehören zu einem verantwortungsvollen Betrieb einer Website beziehungsweise eines Blogs dazu. Und wenn ich mein System aktuell halte, ist das für mich kein Drama.
Was ich an WordPress besonders mag
Für mich ist es vor allem die Kombination aus Freiheit und Einfachheit. Das mag zunächst widersprüchlich klingen. Aber genau das ist es für mich. Ich kann WordPress relativ einfach bedienen und trotzdem sehr viel verändern, wenn ich das möchte.
Ich kann mein Theme anpassen. Ich kann Plugins einsetzen. Ich kann Einstellungen verändern. Wenn ich Lust darauf habe, kann ich mich mit technischen Dingen beschäftigen. Muss ich aber nicht ständig tun.
Und genau das gefällt mir. WordPress zwingt mich nicht, jeden Tag zum Administrator meines eigenen Webservers zu werden. Ich kann mich auch einfach hinsetzen und bloggen.
Ich mag die WordPress-Community
Ein weiterer Punkt, der meiner Meinung nach häufig unterschätzt wird, ist die Community. WordPress gibt es seit vielen Jahren. Entsprechend groß ist die Zahl der Menschen, die damit arbeiten, bloggen, entwickeln, Fehler suchen, Plugins schreiben, Themes gestalten und anderen helfen.
Wenn ich bei einem Problem nicht weiterkomme, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass schon jemand anderes genau dieses Problem hatte. Und meistens gibt es irgendwo eine Lösung. Das empfinde ich als großen Vorteil.
Gerade bei einem so weit verbreiteten System kann ich mich darauf verlassen, dass es nicht plötzlich aus dem Internet verschwindet.
Ich muss auch nicht alles selbst machen
Ein weiterer Vorteil für mich ist, dass WordPress mir die Möglichkeit gibt, Dinge selbst zu erledigen, aber ich muss nicht alles selbst machen. Das ist ein wichtiger Unterschied. Ich kann mich mit Technik beschäftigen, weil es mich interessiert.
Wenn ich jedoch irgendwann an meine Grenzen stoße, kann ich mir Unterstützung holen. Auch das gehört für mich zu einem guten System.
Warum also wechseln?
Diese Frage ist für mich schnell beantwortet. Warum sollte ich?
Mein Blog läuft. Ich kann damit schreiben. Ich kann meine Inhalte selbst verwalten. Ich kann das Design beeinflussen. Ich kann Funktionen ergänzen. Ich habe die Daten unter meiner Kontrolle. Und ich kenne das System inzwischen ziemlich gut.
Natürlich gibt es Alternativen. Ich finde es auch völlig legitim, wenn jemand mit WordPress nicht glücklich ist und lieber ein anderes CMS nutzt. Wer mit Kirby, Joomla, Typo3, Ghost, einem statischen Generator oder einem anderen System besser zurechtkommt, soll damit glücklich werden.
Ich würde niemandem vorschreiben, welches CMS die einzig wahre Lösung ist. Aber genauso wenig lasse ich mir einreden, dass WordPress grundsätzlich eine schlechte Lösung sei.
Für mich ist WordPress immer noch eine gute Wahl
Am Ende ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis, dass es nicht das perfekte CMS gibt. Es gibt nur das CMS, das zu den eigenen Bedürfnissen passt.
Für meinen Blog ist WordPress perfekt. Und zwar ziemlich gut. Ich habe keine Lust, mein funktionierendes System nur deshalb auszutauschen, weil irgendwo im Internet gerade wieder erklärt wird, warum WordPress angeblich nicht mehr zeitgemäß sein soll.
Ich möchte bloggen. Und dabei möchte ich möglichst wenig darüber nachdenken müssen, welches System unter meinem Blog läuft. Wenn ich einen neuen Beitrag schreibe, soll WordPress einfach da sein und seine Arbeit machen.
Und genau das tut es. Also: WordPress? Ja, warum auch nicht? 😊
Grüße, Lorenzo
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Hallo Lorenzo
Als ich vor 15 Jahren mit Bloggen anfing, gab es keine sinnvolle Alternative zu WP. Alle anderen Systeme waren zu kompliziert in Aufbau und Benutzung. Damals, hatte ich den Eindruck, war WP aber auch noch aufs Bloggen ausgerichtet. Dann kam irgendwann der Moment, spätestens mit dem Gutenberg-Editor, wo ich den Eindruck hatte, nun wollen sie ein CMS draus machen für professionellen Einsatz. Da hatte ich tatsächlich auch den Eindruck, ich reite da ein Monster. In letzter Zeit allerdings will mir scheinen, dass die Entwickelnden wieder Richtung simples Bloggen denken und nicht eierlegende CMS-Wollmilchsau.
Gruss
Paul
Hallo Paul,
vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! 😊
Ich kann deine Beobachtung durchaus nachvollziehen. Gerade mit Gutenberg hatte ich zeitweise auch den Eindruck, dass WordPress immer mehr zu einer „eierlegenden CMS-Wollmilchsau“ werden sollte. Wenn man eigentlich nur bloggen möchte, kann einem das schon etwas überdimensioniert vorkommen.
Interessant finde ich aber auch deine aktuelle Einschätzung, dass sich WordPress wieder stärker auf das einfache Bloggen besinnt. Vielleicht ist das tatsächlich eine Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln.
Für mich ist genau diese Mischung inzwischen ziemlich angenehm: WordPress kann sehr viel, aber ich muss längst nicht alles davon nutzen. Ich kann meinen Blog relativ simpel halten und trotzdem auf die Möglichkeiten zurückgreifen, wenn ich sie brauche.
Und vielleicht ist das am Ende auch das Geheimnis: Nicht WordPress selbst ist das Monster, sondern das, was man daraus macht. 😉
Viele Grüße
Lorenzo
Ich unterschreibe das, was jetzt keine Überraschung ist. 🙂
BTW, zu Gutenberg. Ich habe diesen Editor lange ignoriert und nicht genutzt. Vor ein paar Monaten habe ich ihm eine Chance gegeben und siehe da, heute möchte ich den nicht mehr missen.
LG Tommi
Hallo Tommi,
das freut mich natürlich, dass du das so siehst. 😊 Und dass du unterschreibst, überrascht mich tatsächlich nicht. 😉
Beim Gutenberg-Editor ging es mir übrigens ganz ähnlich. Ich habe den Classic Editor als Plugin noch ein paar Monate weitergenutzt, nachdem Gutenberg eingeführt wurde, weil ich mich mit dem neuen Editor zunächst nicht so richtig anfreunden konnte.
Irgendwann habe ich dann aber doch gewechselt – und inzwischen möchte ich Gutenberg auch nicht mehr missen. Ich finde ihn ziemlich praktisch und habe mich an die Arbeitsweise gewöhnt.
Manchmal lohnt es sich eben doch, etwas erst einmal eine Weile links liegen zu lassen und ihm später noch eine Chance zu geben. 😄
Liebe Grüße
Lorenzo
Auch ich nutze nach wie vor WordPress- Das mit dem Plugin-Monster sehe ich so, wie im Artikel angeschnittten: Man kann das zu einem Monster machen- aber wozu? Übrigens hasse ich diesen Block Editor und nutze immer noch den Classic… Aber gut, in meinem Heimnetzwerk nutze ich auch kaum DHCP…
Hallo Wolf,
danke dir! 😊 Genau das ist auch mein Gedanke beim Thema „Plugin-Monster“. WordPress selbst zwingt mich ja nicht, für jede Kleinigkeit ein Plugin zu installieren. Ich kann ziemlich genau auswählen, was ich wirklich brauche, und dann bleibt das Ganze auch überschaubar.
Beim Block Editor sind wir offenbar unterschiedlicher Meinung. 😄 Ich habe den Classic Editor anfangs auch einige Monate als Plugin genutzt, bin dann aber zu Gutenberg gewechselt. Inzwischen möchte ich Gutenberg tatsächlich nicht mehr missen.
Aber gut, dass du im Heimnetzwerk kaum DHCP nutzt, zeigt ja, dass du bei manchen Dingen gerne deinen eigenen Weg gehst. 😂
Viele Grüße
Lorenzo
Dass WP ein gutes und zuverlässiges Blog-System kann eigentlich niemand bestreiten. Allerdings erinnere ich mich an Zeiten, in denen Du als völlig Ahnungsloser ein WP-System binnen kürzester Zeit mit allen notwendigen Funktionen ans Laufen bringen konntest. Die Zeiten sind vorbei. Mittlerweile brauchst Du Dokumentationen und Tutorials für dies und das. Mitunter kommt dann auch gerne mal ein wp2shell-Hack dazwischen, der die die Lust aufs Bloggen komplett versauen kann.
Zudem fehlt mir eine wichtige Unterscheidung in Deinem Beitrag: Nämlich jene, die den Unterschied zwischen wordpress.org und wordpress.com aufzeigt. Während Dir erstere ein, etwas anspruchsvolleres, echtes Blogerlebnis beschert, kann die andere Dich in Wirkung und Reichweite erheblich beschränken – ggf. für teuer Geld…
Hallo Bock,
danke für deinen ausführlichen und durchaus kritischen Kommentar! 😊
Bei einem Punkt muss ich dir tatsächlich recht geben. WordPress ist heute nicht mehr ganz so unkompliziert wie früher. Ich kann mich noch daran erinnern, wie man WordPress installiert hat und relativ schnell losbloggen konnte. Heute gibt es deutlich mehr Funktionen, Einstellungen und Möglichkeiten – und damit auch mehr Dinge, in die man sich einlesen muss.
Dass man dafür gelegentlich Dokumentationen oder Tutorials braucht, kann ich deshalb durchaus nachvollziehen. Wenn dann noch ein Sicherheitsproblem wie ein wp2shell-Hack dazukommt, kann einem die Lust am Bloggen natürlich komplett vergehen. Da hilft auch die schönste Benutzerfreundlichkeit nichts.
Deinen Hinweis auf WordPress.org und WordPress.com finde ich ebenfalls wichtig. Den Unterschied habe ich in meinem Beitrag tatsächlich nicht erwähnt. Ich nutze WordPress selbst gehostet, also die Software von WordPress.org. Dadurch habe ich natürlich ganz andere Möglichkeiten und auch deutlich mehr Kontrolle über meine Website. WordPress.com ist dagegen ein kommerzielles Angebot mit unterschiedlichen Tarifen und entsprechenden Einschränkungen.
Das wäre sogar noch einmal ein eigenes Thema für einen Blogbeitrag wert. 😉
Was das „Plugin-Monster“ betrifft, bleibe ich allerdings bei meiner Meinung: WordPress kann eines werden, muss es aber nicht. Ich achte bei meinem Blog sehr darauf, nur das zu installieren, was ich tatsächlich brauche.
Und vielleicht liegt darin auch der Unterschied zu früher: WordPress ist heute viel mehr als nur eine reine Blogging-Software. Das macht es teilweise komplizierter, gibt mir als Nutzer aber gleichzeitig sehr viele Möglichkeiten.
Viele Grüße
Lorenzo
Aber was Dir, als versiertem Nutzer, mehr Möglichkeiten verschafft, schränkt andere ein. Und das ist auch ein Grund, warum es so viel leichter ist, sein Heil auf Insta oder X zu suchen, statt Gedanken auf dem eigenen Blog zu teilen.
Ja, das ist ein wichtiger Punkt. 👍
Was für mich als versierten Nutzer mehr Möglichkeiten und Freiheit bedeutet, kann für jemanden, der einfach nur schreiben möchte, schnell nach unnötiger Komplexität aussehen. Wenn ich erst Dokumentationen lesen muss, bevor ich richtig loslegen kann, ist die Hürde natürlich deutlich höher als bei Instagram oder X: Account anlegen, losschreiben, fertig.
Allerdings sehe ich gerade darin auch einen großen Vorteil des eigenen Blogs. Bei Instagram oder X kann ich zwar sehr schnell etwas veröffentlichen, bin dann aber von der jeweiligen Plattform abhängig. Mein Blog und meine Inhalte gehören mir und ich kann selbst entscheiden, wie ich sie präsentiere.
Vielleicht ist das inzwischen tatsächlich die Abwägung: Bequemlichkeit und Reichweite auf den Plattformen gegenüber Freiheit und Selbstbestimmung auf dem eigenen Blog.
Und ich persönlich nehme dafür die eine oder andere zusätzliche Hürde bei WordPress gerne in Kauf. 😊
Viele Grüße
Lorenzo
Ich finde es ist wie fast immer im Leben. Der Mensch greift erst einmal zu den Lösungen, die andere nutzen und die im Vergleich einen hohen Mehrwert versprechen. Der liegt an der Einfachheit, der Modularität und natürlich auch an der Verbreitung. Man sieht das auch bei anderen Produkten, die eine gewisse Stellung innerhalb einer Community besitzen. Ich denke zuerst an Office (M$) und an Lightroom (Adobe).
Ich habe um 2003 herum keine Ahnung davon gehabt, dass eine Open-Source-Lösung zum Selbsthosten vor der Tür stand. Auch diese Tatsache sprach für WordPress. Deshalb habe ich gleich gewechselt (seit 2004 wars dann halt WordPress).
Die Debatten über WordPress gibts leider schon lange. Keine Ahnung, woran das überhaupt liegt. Als Gutenberg aufkam (Tommi sprach davon) war die Kritik geradezu überbordend. Noch heute zehrt der Editor von den massiv-negativen Bewertungen, die das PlugIn in seiner Anfangszeit „einheimste“. Mich hat das irritiert. Ich fand die Art von Diskussionen wirklich abstoßend. Vor allem, weil ich diese negative Resonanz überhaupt nicht verstanden habe. Allerdings räume ich ein, dass ein Privatblogger nicht den Stress kennt, den Leute bei fundamentalen technischen Änderungen haben dürften, die solche Projekte begleiten bzw. verantworten. Nun, ich kam von Beginn an sehr gut mit dem Ding parat und kann mir nicht erklären, warum heute noch auf gutenbergfreie Lösungen zurückgegriffen wird.
Wie du schreibst, Lorenzo. Jeder nach seiner Façon.
Hallo Horst,
vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Deinen Gedanken, dass wir Menschen zunächst einmal zu den Lösungen greifen, die einfach verfügbar sind, einen hohen Mehrwert bieten und von vielen anderen genutzt werden, finde ich sehr treffend. Das gilt nicht nur für WordPress, sondern für viele Produkte und Dienste.
Bei WordPress kommt für mich noch hinzu, dass es Open Source ist und ich die Software selbst hosten kann. Diese Kombination aus Verbreitung, Modularität und Freiheit überzeugt mich bis heute.
Interessant finde ich auch deine Beobachtung, dass die WordPress-Debatten schon so lange geführt werden. Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich bestimmte Kritikpunkte verselbstständigt haben und immer wieder weitergetragen werden, obwohl sich WordPress längst weiterentwickelt hat.
Das kann ich beim Gutenberg-Editor besonders gut nachvollziehen. Ich habe den Classic Editor einige Monate nach der Einführung von Gutenberg als Plugin weiterverwendet. Irgendwann bin ich dann aber doch umgestiegen und möchte Gutenberg heute nicht mehr missen.
Daher kann ich die teilweise massive Ablehnung, die Gutenberg gerade am Anfang erfahren hat, inzwischen nicht mehr nachvollziehen. Wobei ich deinen Einwand durchaus verstehe: Für Menschen, die beruflich für große WordPress-Projekte verantwortlich sind, können fundamentale Änderungen natürlich eine ganz andere Herausforderung darstellen als für mich mit meinem privaten Blog.
Vielleicht ist das manchmal das Problem bei solchen Diskussionen. Man redet über dasselbe System, hat aber völlig unterschiedliche Anforderungen und Erfahrungen damit.
Und genau deshalb finde ich den Austausch unter deinem, Tommis und Bocks‘ Kommentaren gerade so spannend. 😊
Viele Grüße
Lorenzo