Warum ist nach der Ausbildung oft Schluss?

Warum ist nach der Schule oder Ausbildung oft Schluss für Behinderte? Das will mir nicht in meinem Kopf rein. Wieso fördert der Staat uns bis dahin dann so verhältnismäßig gut, wenn viele von uns sowieso keinen Job finden oder in den Behindertenwerkstätten stecken bleiben bzw. für ein „Taschengeld“ arbeiten müssen? Da läuft doch was schief oder nicht?

Klar müssen wir Behinderte uns auch mal selbstständiger um uns kümmern, aber wenn viele Firmen sich für kleines Geld freikaufen können, um uns nicht einstellen zu müssen oder sich ausreden, dass es gerade nicht passt, muss der Staat uns doch dann auch helfen. Das schöne Teilhabechancengesetz ist aber hier ein Witz. So ein Gesetz können nur Nichtbehinderte machen! Es gibt zwar einige Förderungen für die Unternehmen, aber sie reichen längst nicht aus. Ich finde, dass der Staat noch mehr machen müsste.

Ich zum Beispiel bin jetzt fast 4 Jahre arbeitslos und ohne Aussicht auf einen Job. Das wird sich wahrscheinlich auch nicht ändern. Natürlich gucke ich mich um und bewerbe mich, aber ich werde in 11 Tagen 46 Jahre alt. Und mit diesem Alter werde ich erst recht nicht mehr mit offenen Armen empfangen. Ich habe zwar Fachabitur und bin ein voll ausgebildeter Bürokaufmann, aber meine Behinderung und mein Alter sind nicht gerade chancenförderlich.

Eine Fortbildung bzw. Umschulung machen in meinen Augen nur Sinn, wenn ich etwas in Aussicht hätte. Sonst kann ich ja 1000 Fortbildungen machen. Ich engagiere mich dann lieber anders. Zum Beispiel in der Politik und treibe so die Inklusion voran. Außerdem habe ich ja das Schreiben für mich entdeckt – hier auf meinem Blog oder bei „Rollingplanet„, das Online-Magazin für Menschen mit Behinderung.

Vielleicht ist so ein Thema aktuell wegen Corona und dem Krieg in der Ukraine unangemessen, aber das ist auch ein wichtiges Thema oder? Ich hoffe natürlich, dass der Krieg bald aufhört und die Ukrainer wieder so leben können wie vorher.

Lorenzo

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