Manchmal merkt man erst, wie sehr etwas zur eigenen kleinen Internet-Routine gehört, wenn es plötzlich fehlt.
Gestern Abend ist mir aufgefallen, dass der Blog „Jansens Pott” meines Bloggerkollegen Tommi momentan offline ist. Nach vielen Jahren des Bloggens hat er sich entschieden, eine Auszeit zu nehmen. Das hat er uns im Bloghexen-Bloggerforum auch mitgeteilt, in dem ich ja auch Mitglied und Moderator bin.
Und ganz ehrlich: Ich kann das gut nachvollziehen.
Bloggen ist etwas Persönliches
Wer selbst bloggt, weiß, dass ein Blog mehr ist als nur eine Webseite. In vielen Beiträgen stecken Zeit, Energie und oft auch ein Stück Persönlichkeit.
Man schreibt über Dinge, die einen beschäftigen. Über Gedanken, Erfahrungen und manchmal auch über ganz banale Alltagsmomente. Mit der Zeit entsteht so etwas wie ein digitales Tagebuch, eine Sammlung von Gedanken, Erinnerungen und Geschichten, die einen begleitet.
Gerade deshalb kann es umso mehr treffen, wenn Diskussionen im Netz irgendwann nicht mehr sachlich bleiben.
Kritik gehört dazu – Respekt aber auch
Natürlich gehört Kritik zum Bloggen dazu. Unterschiedliche Meinungen sind völlig normal und oft sogar bereichernd. Diskussionen können spannend sein und manchmal entstehen daraus neue Perspektiven.
Doch es gibt einen Unterschied zwischen ehrlicher Kritik und einem Umgangston, der nur darauf abzielt, jemanden herunterzumachen.
Leider scheint genau das im Internet immer öfter zu passieren.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass viele vergessen, dass hinter jedem Blog ein Mensch mit Gedanken, Gefühlen und einer eigenen Geschichte sitzt.
Eine Pause ist nichts Schlechtes
Wenn einen solche Dinge beschäftigen, ist es völlig in Ordnung, einen Schritt zurückzugehen. Einfach mal durchzuatmen, Abstand zu gewinnen und sich ein paar Tage Ruhe zu gönnen, ist dann genau das Richtige.
Bloggen ist schließlich weder ein Wettkampf noch eine Pflichtveranstaltung.
Es ist ein Hobby. Ein kreativer Ausgleich. Und für viele von uns ist es ein Stück Leidenschaft.
Die Blogosphäre lebt vom Miteinander
Ich habe Blogs schon immer als etwas Besonderes im Internet empfunden. Sie wirken persönlicher als viele soziale Netzwerke, oft ruhiger und meist respektvoller.
Menschen schreiben, weil sie etwas zu sagen haben – so wie ich hier auf meinem Blog. Andere lesen, kommentieren und diskutieren, und manchmal entstehen daraus sogar kleine Gemeinschaften.
Damit das funktioniert, braucht es vor allem eines: einen respektvollen Umgang miteinander.
Man darf unterschiedlicher Meinung sein. Das gehört dazu. Aber man sollte nie vergessen, dass Worte auch eine Wirkung haben.
Auf ein baldiges Wiederlesen
Ich hoffe sehr, dass Tommi nach seiner Pause wieder Freude am Bloggen findet und „Jansens Pott“ bald wieder online geht.
Denn die Blogosphäre lebt ja von Menschen, die ihre Gedanken teilen, Geschichten erzählen und über viele Jahre hinweg Teil dieser besonderen Ecke des Internets bleiben.
Und manchmal gehört dazu eben auch eine kleine Pause.
Manchmal braucht man einfach ein bisschen Abstand, um später mit neuer Energie zurückzukommen.
Oft merkt man erst, wie selbstverständlich etwas geworden ist, wenn es plötzlich fehlt.
Lorenzo
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Und Beiträge wie deiner, lieber Lorenzo, tragen mit dazu bei, dass man manchen Menschen nicht mehr Macht gibt, als ihnen zusteht. Wunderbar 💚
Liebe Sabine,
vielen Dank für deinen schönen Kommentar und die lieben Worte. Genau das war auch mein Gedanke beim Schreiben: Solchen Dingen nicht mehr Raum zu geben, als sie verdienen, und stattdessen lieber den respektvollen Teil der Blogosphäre sichtbar zu machen.
Am Ende sollten wir uns das Bloggen nicht kaputtmachen lassen. Dafür macht es viel zu viel Spaß und verbindet zu viele tolle Menschen.
Liebe Grüße
Lorenzo
Danke für Deine Worte Lorenzo. Die spiegeln wieder, was ich seit Jahren rede. Respekt, einfach nur gegenseitiger Respekt, dann ist doch alles in Ordnung, auch bei unterschiedlichen Meinungen. Aber einige Mitmenschen haben Freude daran, alles mit Worten in Brand zu stecken. Die nennen es dann „ein offenes Wort“ oder „den Spiegel vorhalten“. Ich nenne es einfach schlechte Erziehung.
Mein Blog kommt wieder. Heute, morgen, mal schauen. Gestern war es eine Fluchtreaktion, den Blog offline zu nehmen. Distanz aufbauen. Das verstehen vermutlich viele Menschen nicht, die nicht psychisch angeschlagen sind.
LG Tommi
Hallo Tommi,
danke für deinen offenen Kommentar – das trifft den Nagel auf den Kopf. Gegenseitiger Respekt wäre oft schon die halbe Miete. Unterschiedliche Meinungen können bereichernd sein, solange sie nicht verletzend oder destruktiv vorgetragen werden.
Dass du dir eine Pause genommen hast, ist vollkommen legitim – manchmal ist Distanz die einzige Möglichkeit, wieder klar zu sehen und Energie zurückzugewinnen. Das hat nichts mit Schwäche, sondern mit Selbstschutz und Selbstfürsorge zu tun. Jeder hat andere Belastungsgrenzen. Wer nicht „psychisch angeschlagen“ ist, kann das leicht falsch einschätzen.
Ich freue mich zu hören, dass dein Blog wiederkommt. Viel Kraft beim Neustart – und wenn du möchtest: Wir lesen gerne weiter mit.
Liebe Grüße
Lorenzo
wie gut, dass er zurück ist
Ja, Amberlight, das ist wirklich gut. Ich freue mich auch sehr darüber!
Das Vergessen, dass ein Mensch hinter etwas steht (in diesem Fall ein Blog) kommt leider immer häufiger vor.
Ja, Julia, leider! 🙁
Das hast Du sehr schön geschrieben! Man kann ja Kritik äußern, aber sollte man dies immer respektvoll tun, egal ob nun persönlich, auf einem Blog oder in sozialen Medien, aber leider insbesondere auch im digitalen, nimmt Mob immer mehr zu, weil es manche Menschen gibt die Denken sie können es halt machen. Es geht ja leider vielen so, auch Prominenten im Netz. Was schon traurig genug ist. Und wenn man Dinge nicht Posten möchte oder sich mal eine Auszeit gönnt, sollte man dies auch akzeptieren. LG Edeline
Liebe Edeline,
vielen Dank für deinen lieben Kommentar, darüber habe ich mich sehr gefreut.
Du sprichst einen sehr wichtigen Punkt an: Kritik ist in Ordnung, aber der Ton macht den Unterschied. Gerade im digitalen Raum scheint das leider immer öfter verloren zu gehen.
Und ja, sich einfach mal zurückzuziehen, sollte absolut akzeptiert werden. Man schuldet dem Internet schließlich keine permanente Präsenz.
Umso schöner ist es zu sehen, dass es noch viele Menschen gibt, die das ähnlich sehen und den respektvollen Austausch schätzen.
Liebe Grüße
Lorenzo