Wer einen WordPress-Blog betreibt, stößt früher oder später auf die Begriffe „Pingback” und „Trackback”. Diese beiden Funktionen gehören seit vielen Jahren zum WordPress-Kosmos und sollten ursprünglich dabei helfen, Blogs miteinander zu vernetzen. Doch braucht man sie heute wirklich noch?
Ich habe mich mit dieser Frage beschäftigt und für mich eine klare Antwort gefunden. Nein, auf Lorenzos Welt brauche ich sie nicht.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ich die Idee hinter diesen Funktionen schlecht finde. Im Gegenteil: Die Vernetzung von Blogs und der Austausch untereinander gehören für mich zu den schönen Seiten des Bloggens. Aber dafür gibt es inzwischen andere Möglichkeiten.
Was sind Pingbacks und Trackbacks überhaupt?
Fangen wir zunächst mit den Grundlagen an:
Ein Trackback ist eine Funktion, mit der man einen anderen Blog darüber informieren kann, dass man auf einen seiner Beiträge verlinkt hat. Der andere Blog kann diesen Hinweis anschließend beispielsweise als Trackback unter dem entsprechenden Artikel anzeigen.
Ein Pingback funktioniert ähnlich, wird von WordPress aber weitgehend automatisch abgewickelt. Verlinke ich in einem Beitrag auf einen anderen WordPress-Beitrag, kann WordPress einen Pingback an die verlinkte Seite schicken.
Vereinfacht gesagt:
Ich verlinke einen anderen Blog – und dessen Betreiber:in bekommt eine automatische Benachrichtigung darüber.
Das war besonders in einer Zeit interessant, in der Blogs stärker miteinander vernetzt waren.
Die Idee dahinter finde ich eigentlich gut
Ich möchte Pingbacks und Trackbacks nicht grundsätzlich schlechtreden. Die Idee, dass Blogger:innen sich gegenseitig auf interessante Beiträge aufmerksam machen und so ein Netzwerk aus verschiedenen Blogs entsteht, finde ich nach wie vor sympathisch. Genau diese Vernetzung ist für mich ein Teil der Blogosphäre.
Ich lese andere Blogs, kommentiere Beiträge, verlinke auf interessante Artikel und freue mich natürlich auch, wenn andere Blogger:innen auf meine Beiträge aufmerksam werden. Gerade für kleinere und private Blogs ist dieser Austausch wichtig. Dafür brauche ich jedoch keine Pingbacks und Trackbacks.
Das Problem: Spam
Ein wesentlicher Nachteil von Pingbacks und Trackbacks ist, dass sie häufig für Spam missbraucht werden. Wer schon einmal einen WordPress-Blog betrieben hat, kennt das Problem vermutlich: Irgendwann landen Kommentare oder Trackbacks im Spam-Ordner, die nichts mit dem eigentlichen Blog zu tun haben.
Spammer:innen können diese Funktionen nutzen, um massenhaft Links zu verbreiten oder auf ihre eigenen Webseiten aufmerksam zu machen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jeder Pingback oder Trackback Spam ist. Es gibt durchaus legitime Verwendungen.
Aber warum sollte ich eine Funktion aktiviert lassen, die ich selbst gar nicht benötige und die gleichzeitig zusätzlichen Spam verursachen kann? Für mich lautet die Antwort darauf: Das muss nicht sein.
Pingbacks und Trackbacks sind auch eine zusätzliche Angriffsfläche
Neben Spam gibt es noch einen weiteren Punkt, den ich nicht völlig ignorieren möchte: Sicherheitsrisiken. Pingbacks und Trackbacks sind zusätzliche Funktionen, die von WordPress bzw. der jeweiligen Installation verarbeitet werden müssen. Wie bei anderen Funktionen und Schnittstellen gilt auch hier: Alles, was erreichbar und aktiv ist, kann grundsätzlich eine zusätzliche Angriffsfläche darstellen.
Das heißt jedoch nicht, dass ein Blog mit aktivierten Pingbacks automatisch unsicher ist oder zwangsläufig gehackt wird. Ich möchte das Risiko keinesfalls größer darstellen, als es ist.
Für mich ist die Überlegung jedoch eine andere: Wenn ich eine Funktion nicht brauche, warum sollte ich dann eine zusätzliche potenzielle Angriffs- und Spamfläche offenlassen? Das ist für mich keine Panikmache, sondern eine Frage der Abwägung.
Aber verhindert das nicht die Vernetzung von Blogs?
Für mich ist das der entscheidende Punkt: Nein. Ich kann auch ohne Pingbacks und Trackbacks mit anderen Blogger:innen zusammenarbeiten und mich mit ihnen vernetzen. Ich kann auf andere Beiträge verlinken. Ich kann andere Blogs in meinen Artikeln erwähnen. Ich kann Kommentare schreiben.
Andere Blogger:innen können meine Beiträge lesen und ebenfalls verlinken. Und natürlich kann ich mich auch über Foren oder soziale Netzwerke mit anderen Blogger:innen austauschen. Für mich besteht die Blogosphäre aus deutlich mehr als automatischen Benachrichtigungen zwischen WordPress-Installationen.
Was ist mit sozialen Medien?
Selbstverständlich gibt es auch auf Lorenzos Welt die Möglichkeit, Beiträge über soziale Netzwerke zu teilen. Dazu nutze ich Shariff Wrapper. Das ist für mich kein Widerspruch. Auch bei Plug-ins und externen Diensten gilt: Ich sollte mir anschauen, was ich installiere und welche Funktionen tatsächlich benötigt werden.
Bei Shariff Wrapper habe ich einen konkreten Nutzen. Besucher:innen können meine Beiträge teilen. Bei Pingbacks und Trackbacks sehe ich diesen Nutzen für meinen Blog hingegen nicht. Deshalb habe ich mich entschieden, die beiden Funktionen nicht zu verwenden.
Weniger ist manchmal mehr
Ich finde, das ist ein gutes Beispiel für einen Grundsatz, den ich bei meinem Blog beherzige: Nicht alle Funktionen von WordPress müssen aktiviert sein.
WordPress ist ein sehr umfangreiches Content-Management-System. Es gibt unzählige Funktionen, Plugins und Möglichkeiten, einen Blog zu erweitern. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich alles davon benötige.
Im Gegenteil: Je weniger unnötige Funktionen aktiv sind, desto übersichtlicher bleibt mein Blog. Wenn ich gleichzeitig mögliche Spamquellen oder zusätzliche Angriffsflächen reduziere, ist das für mich ein weiterer Pluspunkt.
Pingbacks und Trackbacks: Abschalten oder nicht?
Trotzdem möchte ich daraus keine allgemeingültige Antwort machen. Wer mit Pingbacks oder Trackbacks zufrieden ist, kann sie selbstverständlich weiterhin verwenden. Gerade wenn die automatische Vernetzung mit anderen Blogs für den eigenen Workflow wichtig ist, können diese Funktionen ihren Zweck durchaus erfüllen.
Für mich persönlich überwiegen allerdings die Nachteile. Ich brauche die Funktionen nicht, möchte mich nicht zusätzlich mit Pingback- und Trackback-Spam auseinandersetzen müssen und sehe keinen ausreichenden Mehrwert darin, dafür eine weitere potenzielle Angriffsfläche zu eröffnen. Deshalb bleiben Pingbacks und Trackbacks auf Lorenzos Welt deaktiviert.
Bloggen funktioniert auch ohne Pingbacks
Ich finde es wichtig, dabei zwei Dinge nicht zu vermischen. Die Abschaltung von Pingbacks und Trackbacks bedeutet nicht, dass ich keine Vernetzung möchte. Im Gegenteil. Ich freue mich über andere Blogs, über Kommentare, über interessante Diskussionen und darüber, wenn Beiträge gegenseitig gelesen und verlinkt werden.
Für mich ist genau das die Blogosphäre. Dafür muss jedoch nicht jede technische Funktion aktiviert sein, die WordPress irgendwann einmal dafür vorgesehen hat. Vielleicht ist das sogar eine gute Regel für viele Bereiche des Bloggens.
Was ich nicht brauche, muss ich auch nicht aktivieren.
Und genau deshalb verzichte ich auf Pingbacks und Trackbacks, ohne dabei auf den Austausch mit anderen Blogger:innen verzichten zu wollen.
Grüße, Lorenzo
PS: Du darfst diesen Blogbeitrag hier mit den nachfolgenden Buttons gerne teilen:


Kann ich voll verstehen deine Ansicht. Ich hatte auch ganz früher mit Spam zu kämpfen, aber durch guten Spamschutz ist schon seit Jahren Ruhe. Mit Pingbacks hatte ich bisher nie Probleme. Ich würds schade finden, wenn irgendjemand auf einen Beitrag verlinkt – ich davon aber rein gar nichts mitbekomme, außer ich würde auf besagten Blog selbst fleißig stöbern. Aber du weißt ja: jeder nutzt seinen Blog, wie er oder sie für richtig hält und braucht. 😊 Du hast eben deine anderen Teilen-Funktionen und andere haben was anderes. Wär doch blöd, wenn wir alle das Selbe nutzen, oder? ✨
Ja, da hast du absolut recht. 😊 Gerade dass nicht alle Blogs gleich funktionieren und jede:r für sich entscheiden kann, welche Funktionen sinnvoll sind, macht die Blogosphäre doch so interessant. ✨
Deinen Punkt mit den Verlinkungen kann ich auch nachvollziehen. Es ist natürlich schön, wenn man mitbekommt, dass jemand auf einen eigenen Beitrag verlinkt hat. Das ist für mich auch eine Form der Wertschätzung und des Austauschs.
Trotzdem überwiegt bei mir der Gedanke, dass ich Pingbacks und Trackbacks nicht wirklich brauche und deshalb auf die zusätzlichen Spam- und potenziellen Sicherheitsrisiken verzichten möchte. Das heißt aber nicht, dass ich nicht wissen möchte, wer auf meine Beiträge verlinkt – ich bekomme das eben auf anderen Wegen mit. 😉
Und wie du richtig sagst: Es wäre doch ziemlich langweilig, wenn wir alle unsere Blogs identisch betreiben würden. 😊
Lorenzo
Und wie viel hilfreicher wäre es gewesen, wenn Du mit diesem Beitrag einige weitere Quellen verlinkt hättest? Um eine echte Diskussion und nicht nur eine Meinung abzubilden. Da hättest Du richtig was bewegen können. 🦌 Und: Nein. Es gibt keine anderen Möglichkeiten, zumindest keine von vergleichbarer Effektivität.
Doch, eine Quelle habe ich verwendet: Im Thread unseres Bloggerforums hatte ich auf den Artikel „Pingbacks und Trackbacks in WP deaktivieren” von Lightweb Media verwiesen:
https://lightweb-media.de/wordpress/pingbacks-trackbacks-deaktivieren/
Darin werden sowohl der Missbrauch für Spam als auch mögliche Sicherheitsprobleme im Zusammenhang mit Pingbacks und Trackbacks bzw. der XML-RPC-Schnittstelle beschrieben. Genau darauf habe ich mich bei meiner Aussage bezogen.
Natürlich hätte ich im Blogbeitrag noch weitere Quellen verlinken können. Das wäre sicher nicht falsch gewesen. Mein Beitrag sollte aber keine wissenschaftliche Arbeit werden, sondern erklären, warum ich persönlich auf diese Funktionen verzichte.
Dass Pingbacks eine sehr bequeme Möglichkeit sind, um mitzubekommen, wenn jemand auf den eigenen Blog verlinkt, bestreite ich überhaupt nicht. Ich sehe nur nicht, dass sie deshalb alternativlos sind. Es gibt auch andere Wege, um mitzubekommen, dass jemand auf meine Beiträge verlinkt.
Für mich bleibt daher die Abwägung: Ich brauche Pingbacks und Trackbacks nicht und möchte die damit verbundenen zusätzlichen Spam- und Sicherheitsrisiken nicht unbedingt in Kauf nehmen. Andere Blogger:innen können das natürlich völlig anders sehen. 😊
Lorenzo
Was Du offenbar nicht berücksichtigst: Ein Ping- oder Trackback trägt Deine Inhalte – langfristig und stabil. Man könnte auch sagen: Er hebt sie an. Mit Track- und Pingbacks vergrößerst Du Deine Reichweite. Natürlich ist das nur ein Faktor von vielen. Aber kein Post auf Twitter, Mastodon oder sonstwo wird Dir so helfen wie ein Trackback aus vertrauenswürdiger Quelle mit thematischem Bezug. Und darüber hinaus: Jeder ausgehende, thematisch weiterführende, Link aus beispielsweise diesem Posting heraus (auch ohne Trackback) hilft Dir die Sichtbarkeit Deiner Ansichten zu vergrößern. Der Link zu dem Plugins-Dingens hilft hingegen nur dem Plugins-Dingens.
Ja, den Punkt mit der Reichweite verstehe ich durchaus. Ein thematisch passender Link von einem anderen vertrauenswürdigen Blog kann natürlich wertvoll sein. Ein solcher Link kann langfristig bestehen bleiben, was ein Vorteil gegenüber einem Social-Media-Post ist, der im jeweiligen Feed irgendwann nach unten rutscht.
Ich würde allerdings zwischen dem Link und dem Pingback bzw. Trackback unterscheiden. Für die Sichtbarkeit meines Beitrags ist letztlich der eingehende, thematisch passende Link entscheidend. Dafür muss nicht zwingend ein Pingback oder Trackback aktiviert sein. Jemand kann auch ganz normal auf meinen Beitrag verlinken, ohne dass ich Pingbacks oder Trackbacks anbiete.
Und beim letzten Punkt hast du mich, glaube ich, etwas missverstanden. Mit dem Verlinken auf den Artikel von Lightweb Media wollte ich nicht „dem Plugins-Dingens“ Reichweite verschaffen. 😄 Ich habe die Quelle verlinkt, weil ich mich auf deren Ausführungen zu Pingbacks und Trackbacks bezogen habe. Für mich gehört es einfach zu einem vernünftigen Blogbeitrag dazu, die Quelle zu nennen, auf die man sich bezieht.
Dass ausgehende Links wiederum auch für die verlinkte Seite interessant sein können, stimmt natürlich. Ich finde es aber gerade schön an der Blogosphäre, dass wir uns gegenseitig verlinken, interessante Beiträge empfehlen und dadurch Reichweite weitergeben.
Ich bleibe deshalb bei meiner Entscheidung. Ich möchte die Vernetzung und die Reichweite durchaus – nur eben nicht über Pingbacks und Trackbacks. Einen guten thematischen Backlink würde ich schließlich jederzeit begrüßen. 😉
Lorenzo
Das Du es nicht willst, das habe ich mittlerweile durchaus begriffen. Ich mag auch keinen Rosenkohl und verlasse sofort den Raum, in dem er serviert wird.
😂 Dann sind wir uns zumindest in einem Punkt einig: Wir beide wissen ziemlich genau, was wir auf unserem Blog bzw. auf unserem Teller haben wollen – und was nicht.
Du lässt den Rosenkohl stehen, ich lasse die Pingbacks und Trackbacks aus. Und trotzdem können wir uns weiterhin über Blogs und das Bloggen unterhalten. Damit kann ich sehr gut leben. 😉
Lorenzo