Das Jahr 2021

Auch 2021 war wegen Corona erneut ein komisches Jahr. Und viele hatten unter den Einschränkungen zu leiden. Aber meine Eltern und ich kamen durch das Jahr ziemlich gut durch. Auch wenn wir immer wieder kleine Krankheiten hatten. Wir konnten trotzdem schöne Dinge unternehmen. Zum Beispiel wieder ins Museum gehen, das eine oder andere Theaterstück sehen, ein paar Ausflüge machen, mal ins Stadion gehen, ein Konzert besuchen oder kurz verreisen. Auf großer Reise waren wir zwar wieder nicht, aber auf sowas sind meine Eltern auch nicht mehr so wild. Ich werde wohl mal alleine größer verreisen, wenn es wieder bequem geht.

2021

In meinem Blog habe ich in diesem Jahr auch wieder interessante Beiträge geschrieben und tolle Interviews mit Raul Krauthausen, Cem-Ali Gültekin, Morris Teschke und Johanna Brüggemann geführt. Dafür habe ich viel Lob bekommen. 😀 Und die Besucherzahlen sind auch gestiegen. Aber da geht noch mehr. Vielleicht klappt es ja das nächste Jahr. Ich würde mich freuen. Auf jeden Fall sind schon weitere Interviews in Planung. Lass dich überraschen. Und im Online-Magazin für Menschen mit Behinderung „Rollingplanet„, für das ich seit März schreibe, habe ich auch schon sechs Kolumnen veröffentlicht. Sie thematisieren verschiedene Behindertenthemen und wurden auch gelobt. 😎

Für mich persönlich war 2021 jedoch auch ein weiteres Jahr ohne Job und neue Liebe, was ich mir bisher immer zum neuen Jahr gewünscht habe. 🙁 Ich weiß noch nicht, ob ich es mir für das neue Jahr wieder wünschen soll, weil es eh nicht in Erfüllung geht. Klar habe ich tolle Eltern und Freunde, jedoch wären die beiden „Sachen“ auch nicht schlecht gewesen. 😉

Dabei frage ich mich, warum ich oft nur der Kumpeltyp bin oder was an mir und meiner Behinderung in einer Beziehung so unvorstellbar ist. Natürlich brauche ich bei manchen Dingen Hilfe, aber eben nicht nur. Und ich kann manchmal auch helfen. Ich bin ja nicht nur behindert, sondern auch ein Mann, der relativ stark und keineswegs dumm ist. Man rät mir immer wieder, such dir doch eine Frau, die auch behindert ist. Vielleicht versteht sie dich dann besser. Das kann sein und ich habe auch nichts gegen eine Beziehung mit einer Frau mit Handicap. Aber nichtbehinderte Menschen könnten mit meiner Behinderung genauso normal umgehen, wenn sie nur wollten. Davon bin ich fest überzeugt. Sie haben aber oft nur Angst oder sehen nur meine Behinderung. Und denken, wie will er mich damit „versorgen“ oder wie will er so mit mir eine Beziehung führen. Das stinkt mir gewaltig! 😡

Genauso im Job. Ich frage mich immer noch, was ich eigentlich verbrochen habe. Wieso habe ich mit der Arbeit und Liebe so selten Glück? Meine Behinderung ist ja schon genug Aufgabe für mein Leben. Fast jeden Tag ist für mich eine Herausforderung. Da wäre ja ein bisschen mehr Glück nicht schlecht. Aber ich gebe nicht auf und suche weiter nach meinem Glück!

Lorenzo

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